Lang Lang

11. September 2007, 13:19
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Chinesische Namensgenüsse

Nachwuchs bei den Pandabären in Schönbrunn, die österreichische Boulevardpresse steht Kopf und will sich vor Begeisterung nicht mehr einkriegen. Auf die Gefahr hin, als tierfeindlicher Spaßverderber abgestempelt zu werden: Also ich habe dieses rattenartig-fleischrosa Bärentier (wenigstens in den ersten Stadien nach der Geburt) alles andere als "süß" und "knuddelig" empfunden, - aber über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten.

Wie auch immer: Das Land steht jetzt vor einem Problem, nämlich dem, wie das Tier heißen soll, und wenn ich nichts verpasst habe, ist bisher noch kein verbindlicher Taufname gefunden worden. Nach meinem Empfinden sollten Pandabären unbedingt auf chinesische oder wenigstens pseudo-chinesische Namen ("Tao Tao", "Kung Fu" etc.) hören.

Bezeichnungen wie "Lumpi", "Wastl", "Petzi" oder "Mecki" dünken mich für Bären dieser Art stillos, und außerdem bereitet es dem Kindskopf in mir Freude, wenn ich real existierende, spektakuläre chinesische Namen wie "Lang Lang" vernehme (den des umstrittenen jungen Pianisten), oder auch ersonnene wie "Ping Pong" (so heißt bekanntlich eine Figur in Michael Endes berühmtem Kinderbuch "Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer".).

Zu meiner Entschuldigung: Bei aller Heiterkeit über "Lang Lang" und "Ping Pong" ist mir bewusst, dass die Chinesen ihrerseits vor Lachen auf dem Boden rollen, wenn sie hören, dass jemand in Österreich "Christoph Winder" heißt.

Für den Fall, dass die p.t. Leser zum Thema "Chinesische Namen" Erbauliches oder Erhellendes oder gar einen treffenden Namen für Baby Bär beizusteuern haben: Postings wie immer erbeten.

Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at.

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