Unwetterwarnungen beenden den Sommer

6. September 2007, 15:35
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Regen und Schnee - Hochwasser, wie es nur alle fünf bis 30 Jahre vorkommt angekündigt - mit Grafik

Wien - Hochwasser im Flachland und Schneefall bis auf knapp 1000 Meter Seehöhe: Der Sommer verabschiedet sich vorerst aus Österreich. _Erst ab dem Wochenende soll sich die Wetterlage wieder normalisieren und adäquate Temperaturen für den September bringen - Von Michael Möseneder

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Wien – Niederösterreichs Feuerwehren bereiten sich auf hektische, arbeitsreiche Tage vor. Denn die heftigen Regenfälle seit Mittwochmittag lassen die Donau und die Zubringerflüsse im Waldviertel rapide ansteigen. Hochwasser, wie sie nur alle fünf bis 30 Jahre zu sehen sind, werden von der Landesregierung prophezeit. Bis zum Freitag soll es weiterregnen, die Überschwemmungsgefahr an der Donau dauert an.

Wetterwarnung

Zehn bis 15 Zentimeter Niederschlag innerhalb von 24 Stunden von der Obersteiermark bis in den Nordosten der Republik prognostizierte die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Mittwochabend in ihrer Wetterwarnung. Beim privaten Wetteranbieter meteomedia sieht man die Zone mit der höchsten Warnstufe etwas weiter westlich – vom oberösterreichischen Salzkammergut bis ins westliche Weinviertel.

Am Wochenende werden die Temperaturen wieder steigen

Einig sind sich die Meteorologen, dass das Wetter nördlich der Alpen schlecht bleiben wird. Bis Freitag wird es mehr oder weniger stark regnen, erst am Wochenende werden die Temperaturen wieder auf über 20 Grad steigen. Wer in Mariazell den Pontifex sehen will, sollte in jedem Fall Gummistiefel mitnehmen – das Festgelände wird aufgeweicht sein.

Schnee

Während im Flachland die Menschen mit dem Wasser in flüssiger Form hadern, hatten die Bürger oberhalb von 1000 Metern mit der kristallinen Form zu kämpfen. Bis zu 30 Zentimeter schneite es in den Bergen. Der 1788 Meter hoch gelegene Sölkpass war gesperrt. Dieser einzige Gebirgsübergang zwischen den Bezirken Murau und Liezen ist der traditionelle Indikator für den nahenden Winter – am Mittwoch lag der Schnee dort über 20 Zentimeter hoch. Auch auf einigen anderen Straßen im obersteirischen Bezirk Liezen herrschte Kettenpflicht.

Keine Kälterekorde

Bei der ZAMG bewertet man den frühen Wintereinbruch zwar als "unüblich", allerdings nicht als außergewöhnlich. Schneefälle in den Bergen kämen durchaus auch im August schon vor, meint Klimatologe Helmut Derka gegenüber dem Standard. Da im alpinen Gelände auch nur wenige Messstationen existieren, gäbe es auch keine Statistik über den frühesten Schneefall der Saison. (APA/Michael Möseneder/DER STANDARD Printausgabe 6.9.2007)

  • Für Donnerstag sagen die Meteorologen heftige Regenfällen voraus, mit Überschwemmungen muss gerechnet werden.
    grafik : meteomedia

    Für Donnerstag sagen die Meteorologen heftige Regenfällen voraus, mit Überschwemmungen muss gerechnet werden.

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    Am Arlberg hat wegen der niedrigen Temperaturen der Almabtrieb begonnen. Viele Landwirte brachten ihre Tiere in niedrigere Lagen, viele bereits ins Tal. Der Almabtrieb beginnt damit zwölf Tage früher als im vergangenen Jahr.

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    Es ist ungewöhnlich kalt für September. In Seefeld in Tirol wurden Mittwochfrüh 0,2 Grad gemessen. Der Rekord für Anfang September stammt vom 5. September 1995 mit minus 1,2 Grad. In Lech am Arlberg (im Bild) hat es geschneit

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    Die Gastgartensaison ist in Stuben am Arlberg vorerst beendet. Bis zu 30 Zentimeter Neuschnee fiel ungewöhnlich früh in den Alpen, im Flachland bringt der starke Regen dagegen Hochwasser und Überschwemmungsgefahr

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