Gemeindebau-Studie: Hunde, Tauben und Lärm

8. Oktober 2007, 17:56
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32 Prozent fühlen sich durch Hundekot belästigt, 28 Prozent durch den Lärm der Nachbarn

Wien – Hundekot und Lärm – das sind die unangefochtenen Hauptprobleme der Wiener Gemeindebaubewohner, nun auch wissenschaftlich untermauert durch eine von Wiener Wohnen in Auftrag gegebene Ifes-Umfrage zur Lebensqualitiät im Gemeindebau.

32 Prozent der 738 Befragten fühlen sich durch Hundekot in ihrer Anlage belästigt, 28 Prozent durch den Lärm der Nachbarn, an dritter Stelle folgt "mangelnde Sauberkeit", an der sich 26 Prozent stören. Konflikte mit Kindern und Kinderlärm haben 16 Prozent, Vandalismus nehmen 15 Prozent als Problem wahr.

51 Prozent sehen Kultur-Mix als unproblematisch

Das Zusammenleben verschiedener Kulturen im Gemeindebau – 36 Prozent der Bewohner haben Migrationshintergrund – betrachten 51 Prozent als unproblematisch, 28 Prozent sprechen von seltenen Streitereien, für acht Prozent kommt es häufig zu Konflikten. Auf die Frage nach allgemeinen Problemen im Gemeindebau standen allerdings negative Äußerungen über Ausländer mit 16 Prozent ganz oben, wobei unter den Alt-Österreichern, besonders den älteren Mietern, die Ablehnung noch stärker ist. Demgegenüber sehen nur sechs Prozent aller Befragten, aber 13 Prozent der türkischstämmigen Mieter Ausländerfeindlichkeit als Problem in ihrem Wohnumfeld an.

Verbesserungspotenzial

"Natürlich gibt es Verbesserungspotenzial", schließt Wohnbaustadtrat Michael Ludwig aus den Ergebnissen und verweist auf die Anfang des Jahres aufgestockten Gebietsbetreuungen und 20 interkulturelle Mediatoren. "Es gibt aber Streitpunkte, die wir nicht beheben können, zum Beispiel, wenn die einen Tauben füttern und die anderen keine Tauben wollen", meint Ludwig, der sich in seinen Plänen, die im Jahr 2000 abgeschafften Hausmeister wieder einzuführen, bestätigt sieht.

Leistbarkeit und Gemeidebau

Die knapp 500.000 Wiener, die im Gemeindebau wohnen, sind schlechter gebildet, auch der Anteil an Pensionisten, Arbeitslosen, Alleinerzieherinnen und großen Familien ist höher als in anderen Wohnsektoren. Nicht verwunderlich also, dass die Leistbarkeit Hauptgrund für den Einzug in einen Gemeindebau ist. Die durchschnittliche Gemeindebauwohnung hat 66 m2 (Gesamt-Wien: 81 m2). (kri, DER STANDARD Printausgabe, 5.9.2007)

  • Hundekot und Lärm plagen Gemeindebaubewohner besonders häufig.
    foto: derstandard.at/ped

    Hundekot und Lärm plagen Gemeindebaubewohner besonders häufig.

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