Adieu, Alltag im Altersheim!

3. September 2007, 20:35
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Im Altersheim hören Träume nicht auf: Die Ausstellung "Ein Zimmer für mich" im Stadtmuseum Graz zeigt, wie Sehnsüchte gelebt werden

Im Alter hören Träume und Sehnsüchte nicht auf. Sie sind da, sie sind voll gepackt mit Erinnerungen an ein weit zurückliegendes oder ungelebtes Leben. Mit diesen verborgenen Sehnsüchten der Alten in einem Seniorenheim beschäftigt sich die Ausstellung Ein Zimmer für mich im Grazer Stadtmuseum, die in Kooperation mit uniT und der Caritas entstanden ist.

Sie geht von Heimsituationen aus, die durch Passivität, Versorgt-werden-Wollen und mangelndes Selbstvertrauen der Bewohner geprägt sind. Und sie bricht den funktionalen Alltag mit Nichtfunktionalem: mit Lieblingsmusik, Lieblingskleidung oder Bewegungschoreografien. Die im Zuge dieser "Selbstinszenierungen" entstandenen Fotos wurden gemeinsam von Künstlern und Senioren bearbeitet. Das Spannende an den dabei entstandenen Collagen ist, so uniT-Leiterin Edith Draxl, die jeweilige Biografie und ihre Inszenierung heute, die im Bild hervortretende Persönlichkeit eines Menschen. Die Exponate sind nun vom 5. bis 30. September zu sehen. (mil /DER STANDARD, Printausgabe, 04.09.2007)

Stadtmuseum Graz, Sackstraße 18, (0316) 872-7600, Eröffnung heute 18.30 Uhr
  • "Ein Zimmer für mich"
    foto: unit

    "Ein Zimmer für mich"

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