Kein Schutz vor Wut

  • Horrorfilm "28 Wochen später"
    foto: centfox

    Horrorfilm "28 Wochen später"

Routinierte Genrevariation: Juan Carlos Fresnadillos Horrorfilm "28 Wochen später"

Wien – Großbritannien ist vom europäischen Festland durch den Ärmelkanal getrennt. Auf diesen Abstand halten viele Briten große Stücke. Die Insellage hat aber auch einen Vorteil für die Menschen auf dem Kontinent: Wenn drüben etwas ausbricht, lässt Großbritannien sich leichter unter Quarantäne stellen.

In Danny Boyles Horrorfilm 28 Tage späterbrach eine Krankheit aus, die in der Kulturgeschichte selten als Massenphänomen beschrieben wird: Wut. Nackte, blutige, wilde Wut. Menschen, die von dem entsprechenden Virus befallen wurden, verwandelten sich in blutrünstige Bestien, die innerhalb kürzester Zeit London entvölkerten und nur ein paar Notquartiere im Wald übersahen.

In der Fortsetzung 28 Wochen späterist England nun Besatzungszone. US-Armee und Nato sorgen für Ordnung, wer in die gesicherten Zonen kommt, muss vorher gründlich untersucht werden. Das Virus, so scheint es, ist ausgerottet. Die Teenager Tammy (Imogen Poots) und Andy (Mackintosh Muggleton) kommen vom Kontinent nach London, um ihren Vater Don (Robert Carlyle) wiederzusehen.

Don konnte sich beim Ausbruch der Krankheit nur in letzter Not in Sicherheit bringen. Seine Frau hat er zurückgelassen, sie gilt als tot, aber Tammy und Andy lassen sich mit dieser Auskunft nicht abspeisen. Sie brechen aus der Schutzhaft aus, finden tatsächlich ihre Mutter und bringen diese zurück in die Zone und schleppen damit auch das Virus wieder ein.

28 Wochen später, inszeniert vom Spanier Juan Carlos Fresnadillo (Intacto), ist ein klassisches Genrestück. Deutlich sind aber auch die Parallelen zur Situation im Irak: Da wie dort haben sich die Schutzmächte in eine gesicherte Zone zurückgezogen, während draußen der Terror herrscht.

Fresnadillo strapaziert diese politische Lesart aber nicht, er exerziert nur einfach einen extremen Ausnahmezustand routiniert durch. Die Kinder sind der Preis in diesem Spiel, sie sind die "Kinder der Menschheit", an ihrem Überleben hängt möglicherweise das der Gattung. (Bert Rebhandl /DER STANDARD, Printausgabe, 04.09.2007)

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19 Postings
schrott-sequel

voller vorfreude ins kino gegangen, da der erste teil wirklich gut gemacht war. und dann so enttäuscht worden. keine logik mehr hinter der geschichte. ein hausmeister der zutritt zu allen bereichen militärisch gesichterter anlagen hat. der vor lauter schuldgefühlen seine überlebende wut-gen-übeträger-aber selber immun-sein-ehefrau küssen muss. und der platte schluss: ausbruch der seuche auch in frankreich weil tochter und sohn, ebenfalls wut-gen-übetrager-und-selber-immun-seier, entkommen. aber die ärztin, die es als einzige wusste, wurde vom vater, der nach sniper-gemetzel, brandbomben- und giftgasattacke noch immer unter den untoten weilt, umgebracht. uff. so ein nerv film.

Oh Gott, ich glaub's nicht, habe mir gerade diesen

Schrott angeschaut. Selten so einen Mist gesehen. Nur Untote und Leichen...

guck mal was der fresnadillo nun dreht...

ich fand's gut. aber nicht zu uebertreiben.

wirklich sehr gelungene fortsetzung!

brilliante fortsetzung, besonders die szene gleich zu beginn mit das beste was ich seit langem gesehen hab in diesem genre

Kann mir jemand sagen,

warum bei "28 Tage später", der zunächst im Koma liegende Fahrradbote - der dann in der Anfangssequenz aufwacht - nicht von den Zombies getötet wurde? Ist doch irgendwie unlogisch.

Das sind KEINE Zombies.

ne, das warn und sind

keine zombies!!!

die tür ist versperrt, der schlüssel unter der tür durch in das zimmer hineingeschubst und die beiden fensterchen mit rolläden verdeckt. aus dem zimmer kam kein geräusch, nichts bewegte sich, bis er aufgewacht ist (28 days later). in folge mangelnder intelligenz der zombies kann man durchaus annehmen, dass sie an der tür einfach vorbeigelatscht sind. (siehe auch die szene in der kirche keine zehn minuten später, als die zombies erst reagieren, als jim (cililan murphy) von der galerie ruft.)

Meine Theorie: Weil er im Koma für die Wutinfizierten tot genug ausgesehen hatte.

Weils nicht im Drehbuch stand.

und wie bei jedem zombiefilm gilt:

abspann nicht verpassen!!

aha,

den hab ich zweimal gesehen und da war 2 mal nix. was soll da passieren?

ich wollts ja nicht verraten!

aber gut:
der Virus breitet sich durch den neuen wirt auch aufs europäische festland aus..

Gut gemacht,

aber nichts für den kleinen Bildschirm. Schnelle Schnitte, Schulterkamera, ein ziemlicher Rausch auch ohne Rauch.

wut? naja.

ich würde eher sagen es sind schnelle zombies ;)

Zombies sinds ja keine, Zombies wären ja wandelnde Tote. Die mit dem Rage-Virus Infizierten in "28 Days/Weeks Later" sind aber am leben.
Darum wird nach den titelgebenden 28 Wochen England auch wieder besiedelt: man geht davon aus, daß die Tollwütigen alle verhungert bzw verdurstet sind.
Laut Max Brooks "Zombie Survival Guide" dauert es mehrere Jahre bis "echte" Zombies verrotten, ergo unschädlich sind.

Ich persönlich warte ja drauf das der Kannibalenfilm wieder aus der Mottenkiste gezerrt wird. Die Weltpolitische Lage wär ja wieder danach ...

zombie leitet sich von zumbi ab, totengeist.
vermutlich stammt der moderne mythos aus haiti anfang des 20jhdts von der sache mit dem kugelfischgift.
zombies sind genaugenommen scheintote.

dass tote (zombies) lebende fressen, kommt irgendwo im gilgameschepos vor.

grausig gruselig

der film läuft einem kalt den rücken runter.... must see, eine der besten fortsetzungen seit langem - vor allem in diesem genre muss man ja eher danach suchen...

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