Gen HMGA2 beeinflusst die Körpergröße

Redaktion, 11. September 2007, 21:33

Verschiedene Varianten des Gens können Unterschiede aber nur zu etwa 0,3 Prozent erklären - zahlreiche noch nicht identifizierte Gene mitbeteiligt

Paris - Dass - Gesundheit und ausreichende Ernährung im Kindesalter vorausgesetzt - die Körpergröße genetisch bestimmt ist, ist klar. Welche Gene genau die entscheidende Rolle spielen, bleibt jedoch nach wie vor unbekannt. Immerhin konnte nun ein erstes entsprechendes Gen ausfindig gemacht werden: Forscher untersuchten das Erbmaterial von knapp fünftausend Menschen aus Großbritannien, Schweden und Finnland und stellten dabei fest, dass ein einziger "Buchstabe" auf dem Gen HMGA2 über fast einen Zentimeter Körpergröße entscheidet, wie die Fachzeitschrift "Nature Genetics" in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet. Menschen, die HMGA2 in der entscheidenden Variante von nur einem Elternteil geerbt hätten, seien immerhin etwa einen halben Zentimeter größer als Menschen mit der anderen Variante.

Die Wissenschafter um Tim Frayling von der medizinischen Fakultät in Exeter im Südwesten von England hätten nach dieser Entdeckung rund 30.000 weitere Menschen auf ihr Erbgut untersucht und nähmen an, dass etwa ein Viertel der weißen Europäer die "Doppel-C-Variante" des Gens in sich trügen, hieß es in dem Bericht. Rund ein weiteres Viertel trage vermutlich die "Doppel-T-Variante" in der DNA und sei deshalb ein wenig kleiner.

Einfluss im kleinen Rahmen

Das Gen HMGA2 könne aber nur zu etwa 0,3 Prozent erklären, weshalb manche Menschen größer sind als andere, betonte Frayling. Vielleicht gebe es "hunderte andere" Gene, die einen Einfluss auf die Größe hätten. Auf jeden Fall sei es aber "das erste überzeugende Ergebnis, das erklärt, wie die DNA sich auf die normalen Varianten bei der menschlichen Körpergröße auswirken kann", sagte sein Kollege Joel Hirschhorn vom Broad Institute im US-Bundesstaat Massachusetts, der auch an der medizinischen Fakultät in Harvard lehrt.(APA/red)

pivos pivos
01
foto

vom meinl den fuenften

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.