Verschiedene Varianten des Gens können Unterschiede aber nur zu etwa 0,3 Prozent erklären - zahlreiche noch nicht identifizierte Gene mitbeteiligt
Paris - Dass - Gesundheit und ausreichende Ernährung im Kindesalter vorausgesetzt - die Körpergröße genetisch bestimmt ist, ist klar. Welche Gene genau die entscheidende Rolle spielen, bleibt jedoch nach wie vor unbekannt. Immerhin konnte nun
ein erstes entsprechendes Gen ausfindig gemacht werden:
Forscher untersuchten das Erbmaterial von knapp fünftausend Menschen
aus Großbritannien, Schweden und Finnland und stellten dabei fest,
dass ein einziger "Buchstabe" auf dem Gen HMGA2 über fast einen
Zentimeter Körpergröße entscheidet, wie die Fachzeitschrift "Nature
Genetics" in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet. Menschen, die HMGA2 in der entscheidenden Variante von nur
einem Elternteil geerbt hätten, seien immerhin etwa einen halben
Zentimeter größer als Menschen mit der anderen Variante.
Die Wissenschafter um Tim Frayling von der medizinischen Fakultät
in Exeter im Südwesten von England hätten nach dieser Entdeckung rund
30.000 weitere Menschen auf ihr Erbgut untersucht und nähmen an, dass
etwa ein Viertel der weißen Europäer die "Doppel-C-Variante" des Gens
in sich trügen, hieß es in dem Bericht. Rund ein weiteres Viertel
trage vermutlich die "Doppel-T-Variante" in der DNA und sei deshalb
ein wenig kleiner.
Einfluss im kleinen Rahmen
Das Gen HMGA2 könne aber nur zu etwa 0,3 Prozent erklären, weshalb
manche Menschen größer sind als andere, betonte Frayling. Vielleicht
gebe es "hunderte andere" Gene, die einen Einfluss auf die Größe
hätten. Auf jeden Fall sei es aber "das erste überzeugende Ergebnis,
das erklärt, wie die DNA sich auf die normalen Varianten bei der
menschlichen Körpergröße auswirken kann", sagte sein Kollege Joel
Hirschhorn vom Broad Institute im US-Bundesstaat Massachusetts, der
auch an der medizinischen Fakultät in Harvard lehrt.(APA/red)