Gebrauchte Festplatten: Experten finden brisante und intime Daten

14. September 2007, 10:09
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"In den falschen Händen könnten diese Daten ebenfalls Schaden anrichten, zumal wir auch Web-Zugangsdaten der US Air Force fanden"

Computernutzer gehen einer aktuellen Studie zufolge zum Teil erschreckend leichtsinnig mit ihren persönlichen Daten um. Für die am Montag vorgestellte Untersuchung hatte die Berliner Sofwarefirma O&O über 18 Monate insgesamt 400 gebrauchte Datenträger bei eBay ersteigert und anschließend analysiert.

Brisant

Das Ergebnis: Rund zwei Drittel der Speichermedien enthielten zum Teil hoch brisante private Daten. Darunter fanden die Experten Anschreiben an den Rentenbund, ausführliche Lebensläufe, aber auch intime Mails eines Schützenvereins-Mitglieds und Latex-Fetischisten, der sich nach einer geeigneten Ferienwohnung für seine sexuellen Praktiken erkundigt.

395 Datenträger untersucht

Insgesamt 395 Datenträger wurden von den Experten untersucht, darunter Festplatten und 115 Speicherkarten, USB-Sticks und Digitalkameras. Lediglich 33 Prozent der noch funktionsfähigen Datenträger waren sicher gelöscht, so dass keine Daten wieder hergestellt werden konnten. Die übrigen Festplatten waren gar nicht gelöscht oder nur formatiert. Zum Vergleich ersteigerten die Experten auch in den USA 80 Festplatten, auf denen sich ebenfalls brisante Daten fanden, darunter militärische Informationen und Fotos aus dem Irak. "In den falschen Händen könnten diese Daten ebenfalls viel Schaden anrichten, zumal wir auch Web-Zugangsdaten der US Air Force fanden", sagt Diplom-Informatiker und O&O-Geschäftsführer Olaf Kehrer.

Handlungsbedarf

Kehrer sieht hier dringenden Aufklärungsbedarf: "Windows suggeriert beim Löschen der Daten und beim Formatieren der Festplatten, dass die Dateien endgültig und zuverlässig gelöscht werden. Das ist aber überhaupt nicht der Fall." In machen Fällen spiele aber sicher auch die Ignoranz vieler Anwender eine Rolle, die sich nur aus Bequemlichkeit oder Faulheit nicht darum kümmern. Auf der sicheren Seite sei der Anwender mit dem sicheren Löschen durch spezielle Software - oder mit der physikalischen Zerstörung der Festplatte mit einem großen Magneten oder einem Bohrer. (APA/dpa)

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