"Frau als Sündenbock"

3. Oktober 2007, 12:33
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In ihrer Ausstellung "Gegendrehungen" beschäftigt sich Michaela Kirchknopf mit weiblichen Figuren vom Mythos bis heute

Für Michaela Kirchknopf sind sowohl die Malerei als auch die Zeichenkunst und Installation die Mittel, um die eigene Wirklichkeit entsprechend zu objektivieren.In dieser Einzelausstellung zeigt Kirchknopf Acrylbilder auf Leinwand, Arbeiten auf Bütte und eine Installation.

Am Anfang jeder schöpferischen Arbeit stehen intensive geistige Auseinandersetzungen mit der Historie des Themas. Märchen, antike und neue Mythen, als auch Alltagsgeschichten werden stilistisch vereinfacht erzählt. Inhalte aus der Kulturgeschichte des Menschen, im wesentlichen der Frau, werden mit starkem Geschichtsbewusstsein aufgearbeitet. Ihre Bilder sind voller Symbolik, wofür die Künstlerin gerne als Beispiel auf die Lotosblüte zurückgreift.

Andeutungen und Doppeldeutigkeiten, die mit sensiblem Strich die problembeladene Existenz von Frauen, ausgehend von den großen mythischen Frauengestalten wie der Medusa, Medea oder Pandora durch die Jahrhunderte hindurch bis hinein in die heutige Zeit, zeichnet. Kirchknopf zeigt die Rolle der Frau als Sündenbock, behandelt das Thema der Genitalverstümmelung, die auch heute noch existiert und als rituelle Handlung durchgeführt wird. Und zwar von Frauen gegen Bezahlung.

Zur Künstlerin

Die öserreichische Künstlerin Michaela Kirchknopf, Jahrgang 1970, lebt und arbeitet in Wien. Sie studierte Malerei an der Universität für angewandte Kunst in Wien und schloss ihr Studium mit Auszeichnung ab.

Termin

"Gegendrehungen"
Arbeiten auf Papier und Leinwand, Installation
Ausstellungsdauer bis 10. November
white8 Galerie Dagmar Aichholzer Widmanngasse 8, A-9500 Villach
Di-Fr 10-12, 14:30-18, Sa 10-12 (red)

  • Installation von Michaela Kirchknopf
    foto: katalog zur ausstellung
    Installation von Michaela Kirchknopf
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