Schulbeginn ist Auftakt für Stau-Saison

5. September 2007, 23:00
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Im Osten Österreichs beginnen die Kinder ihr neues Schuljahr - was am Wochenende zu starkem Reiseverkehr führte

Wien - Wenn Montag früh für 430.000 Kinder aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland das Schul-Herbstsemester beginnt, ist es mit auch mit der relativen Ruhe auf Österreichs Straßen wieder vorbei. Vor allem in den Städten wird wieder mehr los sein. Stress könne aber dennoch vermieden werden, sagt der Autofahrerklub ARBÖ und empfiehlt eine Binsenweisheit zu befolgen: "Zehn Minuten früher losfahren", rät ARBÖ-Verkehrsexpertin Verena Magerl.

Besonders in Wien werde es, baustellenbedingt, schon am Montag zu umfangreichen Verzögerungen kommen. Betroffen sind vor allem die Südosttangente (A23), die Triester Straße, sowie die Nordbrücke, die Gürtelbrücke, insgesamt der Gürtelbereich, Handelskai und Altmannsdorfer Ast.

Wer mit dem Auto in die Stadt fährt, sollte bedenken: Seit Samstag kosten Kurzparkscheine um 50 Prozent mehr, innerhalb des Gürtels gelten Kurzparkzonen bis 22 Uhr (der Standard berichtete).

Strenge Kontrollen

Ab Montag muss man in Wien auch mit umfangreichen Kontrollen - und "null Toleranz" - rund um Schulen rechnen. 40 bis 50 Polizeibeamte werden an 20 Standorten den Straßenverkehr kontrollieren.

Autofahrer, die Schutzwege behindern oder gegen die Gebote der Kindersicherheit im Auto verstoßen, würden "ohne Ausnahme" bestraft, kündigte Major Wolfgang Langer von der Wiener Polizei an. Ab 10. September werden die Beamten auch das Innere von Fahrzeugen, vor allem die richtige Kinderbeförderung mit Kindersitz, überprüfen.

Verwarnungen würden "grundsätzlich keine ausgesprochen", sagt Langer. Wer angezeigt wird, bekommt einen Punkt im Führerschein-Vormerksystem.

Starker Verkehr

Der Rückreiseverkehr war am Wochenende sehr stark. Nicht nur im Osten Österreichs, auch in einigen deutschen Bundesländern gingen am Sonntag die Schulferien zu Ende.

Zahlreiche Verkehrsunfälle führten auf Autobahnen und Landstraßen zu kilometerlangen Staus. Fünf Menschen wurden bei einem Unfall auf der A2 im Bereich des Packsattels zum Teil schwer verletzt. Verletzte gab es auch bei einem schweren Unfall im Bezirk Melk in Niederösterreich. In Tirol starb ein Mann bei einem Frontalzusammenstoß.

Die Südautobahn war in Kärnten, im Baustellenbereich Pörtschach, nach mehreren Auffahrunfällen in Richtung Italien längere Zeit nicht mehr befahrbar. Auf der A10 kam es vor dem Katschbergtunnel in Richtung Norden zu Wartezeiten. Aber auch in Richtung Süden wurde auf der Tauernautobahn gestaut - zehn Kilometer vor dem Nordportal des Tauerntunnels.

Längere Staus

Der ÖAMTC errechnete, dass es während der Sommerwochenenden im Juli und im August um 33 Prozent mehr und deutlich längere Staus als im Vorjahr gab. Insgesamt wurden 542 Staus mit einer Mindestlänge von 1,5 Kilometern registriert. Laut ÖAMTC-Mann Helmut Beigl ist dies "der höchste Wert seit fünf Jahren".

Hauptursachen waren der heiße Sommer, der viele von Fernreisen abgehalten hat, andererseits aber auch rund 160 Baustellen auf den Hauptverbindungen. Viele Sanierungsarbeiten sind im Hinblick auf die Fußball-Europameisterschaft 2008 vorgezogen wurden. Rund 60 Prozent der Baustellen-Staus waren auf Unfälle zurückzuführen und nicht auf Kapazitätseinschränkungen, etwa durch Fahrstreifensperren. (APA, red, DER STANDARD Printausgabe, 3.9.2007)

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