25 Milliarden Euro für die Gesundheit - mit Grafik

31. Oktober 2007, 11:25
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Spitalsfinanzierung liegt in Österreich gleich in mehreren Händen

Wien - Das Gesundheitswesen in Österreich wird durch die Soziale Krankenversicherung, Steuereinnahmen sowie durch private Aufwendungen finanziert. Im Jahr 2005 wurden laut Gesundheitsministerium in Summe gut 25 Milliarden Euro für die Gesundheit ausgegeben. Die öffentliche Hand zahlte knapp 19 Milliarden Euro, die private Finanzierung betrug knapp 6,1 Milliarden. Während der niedergelassene Bereich alleine von Sozialversicherung und Privaten finanziert wird, zahlen bei den Spitälern Bund, Länder und Gemeinden rund 50 Prozent dazu.

Dass die Spitalsfinanzierung nicht in einer, sondern in mehreren "Händen" liegt, dürfte das Hauptproblem bei den von Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky angepeilten Umschichtungen im Gesundheitswesen sein. Denn dabei werden unterschiedliche Kompetenzbereiche berührt. Kdolsky hatte ja wiederholt eine "Finanzierung aus einer Hand" als Ziel ausgegeben.

Finanziert werden die Krankenhäuser über die Krankenanstalten-Fonds in den einzelnen Bundesländern. Gespeist werden diese durch die Sozialversicherung (3,6 Milliarden Euro im Jahr 2006), durch gesetzlich festgelegte Beiträge von Bund, Ländern und Gemeinden sowie durch Privatversicherungen. All jene Kosten, die das Fondsvolumen übersteigen, übernimmt dann der jeweilige Spitalsbetreiber selbst.

Mit der Einführung der "Leistungsorientierten Krankenhausfinanzierung" (LKF) wurde das alte System abgelöst. Seitdem werden den Spitälern exakt jene Leistungen ersetzt, die sie für den jeweiligen Patienten erbringen. Laut Hauptverband bringt dies mit sich, dass die Spitäler danach trachten, die Patienten nach der Behandlung möglichst rasch aus dem stationären in den niedergelassenen Bereich zu entlassen, der ja zur Gänze von der Sozialversicherung finanziert wird.

Die 264 Krankenhäuser in Österreich sind zum Großteil Eigentum von Bund, Ländern und Gemeinden (121). Weitere 51 werden von Privatpersonen und -gesellschaften betrieben. 42 stehen im Besitz von geistlichen Orden. Die Pensions- und Unfallversicherungsanstalten betreiben 33 Einrichtungen.

Gemessen am Bruttoinlandsprodukt liegen die Gesamtausgaben im Gesundheitswesen seit 1997 nahezu unverändert bei zehn Prozent. Im Jahr 2005 wurden 10,2 Prozent des BIP für Gesundheit ausgegeben. (APA, DER STANDARD, Printausgabe, 23.9.2007)

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