Verbotsgesetz: Seit 1992 über 270 Verurteilungen

Redaktion, 14. September 2007 14:24

Von "Exilant" Honsik bis Holocaust-Leugner Irving

Wien - Das Verbotsgesetz rückt durch die Verhaftung des verurteilten Neonazis Gerd Honsik in Spanien wieder in den Vordergrund. Seit 1992 bis heute (Stichtag 31. Juli) sind insgesamt 273 Personen nach dem Verbotsgesetz verurteilt worden. Derzeit sind rund 70 Verfahren anhängig. Das geht aus einer aktuellen Anfragebeantwortung durch Justizministerin Berger hervor.

Im Fall Honsik müssen die spanischen Behörden erst über eine Auslieferung nach Österreich entscheiden. Aus dem spanischen Justizminister hieß es zuletzt, dem Auslieferungsantrag würde zumindest rechtlich nichts im Wege stehen. Bisher hatte Spanien eine Überstellung verweigert, da Honsik nach spanischem Recht keine Gesetzesübertretung begangen hat. Dass die Behörden nun tätig wurden, wird auf den EU-Rahmenbeschluss zur Bekämpfung von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit vom vergangenen April zurückgeführt.

Kürzlich wurde außerdem der bereits zwei Mal wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung abgeurteilte ehemalige Wiener Bezirksrat Wolfgang F. wieder in U-Haft genommen. Der frühere freiheitliche Kommunalpolitiker - die FPÖ hatte ihn 1994 aus der Partei ausgeschlossen - steht neuerlich im Verdacht, gegen Paragraf 3h Verbotsgesetz verstoßen zu haben, der das Leugnen des nationalsozialistischen Völkermordes mit einem bis zu zehn Jahren Haft bedroht.

Der letzte prominente Fall war die Verurteilung des britischen Holocaust-Leugners David Irving. Er wurde im Dezember 2006 aus Österreich abgeschoben, nachdem zwei Drittel der dreijährigen Freiheitsstrafe, die er im Februar 2006 wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung ausgefasst hatte, in eine bedingte Haftstrafe umgewandelt wurden. Davor hatte er über 13 Monate in U-Haft verbracht.(APA)

Der Wicht
 
14.09.2007 12:51
Nur 270?

Hätte gedacht, dass es weit mehr sind.

der postbote
31.08.2007 12:43
wenn alleine 270 verurteilt wurden

und man noch die ganzen freisprüche jener burschen dazu rechnet, die clever genug waren ihre formulierungen so zu wählen, dass es sich ausging und all jene, die gar nicht erst angeklagt wurden, dann ergibt das eine ganz schöne anzahl von nazi-freunden...

erlich
31.08.2007 11:28
na, das sind ja ...

... g´rad einmal 1,5 veruteilungen im monat! und wie viele freisprueche (mit welchen begruendungen) stehen dem gegenueber?!
ad irving - bekanntermassen hat er sich gleich nach der ankunft in london gebührend (wiederbetätigend) für die vorzeitige entlassung bedankt!
wer ihn bei der wiener gerichtsverhandlung live gesehen hat, weiss wie feige er "auf die knie gefallen ist" - (der "rechte mann")!

Der Wicht
 
14.09.2007 12:53

Wofür wollen Sie sie bestrafen?

Das österreichische Justizsystem basiert nicht auf den Rachegelüsten von Linksextremen, sondern mit dem Ziel, dass diese Menschen (wieder) in die Gesellschaft integriert werden sollten.

Ich weiß nicht, ob das einem (vorwiegend jungen) Menschen leichter fällt, wenn er vorher 6 Monate im Gefängnis war. Ich glaube nicht, dass das Gefängnis jener Ort ist, wo man seine politische Richtung von rechts auf links ändert.

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