"Fehlgeleitete Initiative aus dem Norden": Gates-Stiftung erneut kritisiert

25. Oktober 2007, 11:17
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70 Organisationen aus Afrika protestieren gegen Agrarprojekte

Die Stiftung des Microsoft-Gründers Bill Gates erntet erneut heftige Kritik.

Abschied von lokal angepassten Sorten

Grund dafür: Agrarprojekte der Organisation in Afrika. "Die Gates-Stiftung betreibt den brutalen Abschied von lokal angepassten Sorten, traditionellem Wissen und dem kostenlosen Tausch von Saatgut", kritisiert Mariam Mayet vom African Centre of Biosafety in Südafrika in der neuesten Ausgabe des Greenpeace Magazins. Die Gates-Stiftung setzt auf die Entwicklung von 200 neuen Hochertragssorten, darunter Mais, Bohnen und Cassava (Maniok).

Teuer

Bauern müssten das neue Saatgut künftig teuer einkaufen. Um die Produkte zu vermarkten, schulen die Gates-Mitarbeiter bereits Tausende kleiner Händler. Bislang wird in Afrika Saatgut nicht jedes Jahr neu gekauft, sondern selbst vermehrt und untereinander getauscht.

Protest

70 Organisationen aus zwölf afrikanischen Ländern schickten deshalb einen Protestbrief an Bill Gates. "Wir werden uns gegen diese fehlgeleitete Initiative aus dem Norden wehren", heißt es in dem Brief. Vehement fordern die Aktivisten ein Mitspracherecht. Das neue Programm der Gates-Stiftung zur Bekämpfung der Armut in Afrika ist zunächst mit 110 Millionen Euro jährlich dotiert. Die Summen sollen über die nächsten 20 Jahre steigen.

Bereits im Jänner dieses Jahres geriet die Stiftung in die Schlagzeilen, als öffentlich wurde, dass auch in fragwürdige Firmen investiert wird - der WebStandard berichtete. (red)

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