Wiener Treffen: Albaner und Serben beharren auf Maximalforderung

7. September 2007, 22:33
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EU-Beauftragter Ischinger warnt vor allzu großem Optimismus - Lösung soll bis Dezember gefunden werden - mit Video

Wien - Nach den erfolglosen 13-monatigen Verhandlungen unter UNO-Verhandler Martti Ahtisaari ist am Donnerstag in Wien ein neuer Anlauf zur Lösung der Kosovo-Statusfrage unternommen worden. Eine aus Spitzendiplomaten von EU (Wolfgang Ischinger), USA (Frank Wisner)und Russland Alexander Bozan-Chartschenko) bestehende Troika empfing Spitzenpolitiker aus Prishtina und Belgrad zu getrennten Gesprächen im Außenministerium. Außenministerin Ursula Plassnik sprach von der "letzten Verhandlungsphase" und rief die Streitparteien zu Beginn der Gespräche auf, "den Ernst der Lage zu erkennen".

Während Serbien mit Außenminister Vuk Jeremic und Kosovo-Minister Slobodan Samardzic vertreten war, waren aus Prishtina Präsident Fatmir Sejdiu, Premier Agim Ceku, Parlamentspräsident Kolj Berisha sowie die Oppositionspolitiker Hashim Thaci (DPK) und Veton Surroi (ORA) angereist. Das serbische Team will in der neuen Verhandlungsphase vor allem über den Status des Kosovo sprechen und sieht den Ahtisaari-Plan als "tot" an. Die Kosovo-Albaner wollen dagegen weiter auf Grundlage des Ahtisaari-Papiers verhandeln und betrachten die Unabhängigkeit als beschlossene Sache. "Das ist für uns eine erledigte Sache. Wir sollten keine Zeit mehr verlieren und über jene Dinge sprechen, über die wir uns nicht einigen können", sagte Ceku. Sejdiu sagte, man könne die zwei Millionen Kosovo-Albaner "nicht zwingen, plötzlich anders zu denken und wieder unter die Herrschaft eines Landes zurückzukehren, mit dem man Krieg geführt hat".

Als die serbische Delegation am frühen Nachmittag eintraf, waren die Kosovo-Albaner bereits abgereist. Der Sprecher der Kosovaren, Skender Hyseni, zeigte sich zufrieden. Man habe einen Vorschlag über "gute nachbarschaftliche Beziehungen" zwischen dem Kosovo und Serbien "als zwei gleichberechtigten, souveränen und unabhängigen Staaten" unterbreitet. (APA/DER STANDARD, Printausgabe, 31.8.2007)

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    Das serbische Team will in der neuen Verhandlungsphase konkret über den Status des Kosovo sprechen und alle anderen Fragen dieser entscheidenden unterordnen. Für Belgrad ist der Plan des UNO-Sonderbeauftragten Martti Ahtisaari, der eine international überwachte Unabhängigkeit für den Kosovo vorsieht, "tot".

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