"Trialto"-Brücke gestorben - "Light Versionen" werden überlegt

14. September 2007, 21:49
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Sieben vernetzte Brücken sollten den ersten und zweiten Bezirk verbinden - Neuer Vorschlag: Begrünte Plattform überbrückt den Verkehr

An einer kleineren "Light"-Version des gestorbenen "Trialto"-Projektes wird gearbeitet. Doch nun legen auch andere Architekten alternative Entwürfe vor - Von Peter Mayr

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Wien – Die Stadt Wien hat das Projekt "Trialto-Brücke" ad acta gelegt. Am Ziel, die Gegend um Schwedenplatz und Donaukanal neu zu gestalten, hat sich jedoch nichts geändert. Anstelle des Geflechtes von sieben untereinander verbundenen Brücken werken die Trialto-Macher daher schon an einer abgespeckten "Light"-Version.

Attraktiv ist die Gegend derzeit wirklich nicht: Wer vom Schwedenplatz in die Leopoldstadt spazieren will, muss Straßenbahngleise überwinden, mehrspurige Straßen queren und über öde Brücken den Donaukanal passieren.

Neue Vorschläge

Eine Situation, die neben den Trialto-Machern auch andere Architektenteams auf den Plan ruft: So entwickelt das Architekturstudio "Bulant & Wailzer" gemeinsam mit den Ziviltechnikern von "Vasko und Partner" eine Verbindung zwischen erstem und zweitem Gemeindebezirk.

"Pocketpark" - Begrünte Plattform überbrückt den Verkehr

Ihr Plan: Eine begrünte Plattform überbrückt den Verkehr und führt, quasi über dem Kanal schwebend, zum anderen Ufer. Stiegen und Lifte führen hinauf. Zirka sieben Meter über dem bisherigen Niveau würde sich die Plattform erheben, schätzt Architekt Klaus Wailzer – schränkt aber ein, dass es sich nur um eine erste Idee handle. Insgesamt würde die Plattform 3000 Quadratmeter einnehmen; zirka 500 Quadratmeter verglaster Pavillons stünden für die Gastronomie bereit. Getragen würde das Objekt, das, so "Vasko und Partner"-Mitarbeiter Lothar Heinrich, "je luftiger, desto besser" sein soll, von umgekehrten Kegel, die die Plattform durchstoßen und so die Glaspavillons ergeben. Einen "Pocketpark" nennt Wailzer den Erstentwurf.

Einseitige Aufwertung

"Mit der "Twin City Liner‘"Anlegestelle oder dem Badeschiff hat man es ja schon geschafft, das Gelände aufzuwerten", sagt Architekt Wailzer im Gespräch mit dem Standard. Wobei dies aber praktisch nur die eine Seite des Donaukanals betreffe. Daher wird im ersten Entwurf des Architektenteams auch besonders dafür eine Lösung gesucht. "Es muss etwas sein, dass die Menschen hinüberzieht", erklärt Wailzers Kollegin Aneta Bulant-Kamenova. Mit der Lage ihres Objekts könnte auch wieder die mittlerweile verschwundene Achse Rotenturmstraße–Praterstraße stark hervortreten.

Ausschreibung ist wahrscheinlich

Chancen auf Umsetzung rechnen sich alle Beteiligten aus. Lothar Heinrich: "Wir bauen ja keine Luftschlösser." Es sei völlig klar, dass die Situation am Schwedenplatz "reformbedürftig" sei. Was man bekanntlich auch bei der Gemeinde so sieht. Und da scheint ein Architekturwettbewerb gar nicht so entfernt. Bei der zuständigen Magistratsabteilung heißt es: Eine Ausschreibung ist wahrscheinlich. Im September werde entschieden, ob das Projekt weiter verfolgt werde, erklärte Donaukanal-Koordinator Bernhard Engleder am Mittwoch.

Fixe Projekte

Fix seien für die nächste Zeit folgende Projekte: Die neue Anlegestelle für den "Twin City Liner" soll ab Herbst bis 2009 errichtet werden. Im gleichen Jahr soll das Wellnessschiff auf Höhe Ringturm vor Anker gehen. Und auf der anderen Uferseite soll das alte Schützenhaus in ein Jugendstil-Kaffeehaus und -Museum umgebaut werden. (Peter Mayr/DER STANDARD Printausgabe 30.8.2007)

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    Die Summerstage war jahrelang Pionier: Vom 7. bis 9. September sollen Kunst und Kultur den ganzen Donaukanal beleben

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    Das "Trialto"-Projekt am Wiener Donaukanal ist gestorben. Ein Netz aus sieben Brücken mit Shops und Restaurants, sollte über den Donaukanal gespannt werden

  • Konkurrenz für "Trialto Light": Der "Pocketpark"
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    Konkurrenz für "Trialto Light": Der "Pocketpark"

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