Selbst gestrickter Konkurrenzkampf: "Fashion Victims"

Redaktion
17. September 2007, 12:44
  • Noch ist die Welt des routinierten Handlungsreisenden im Lot: Edgar Selge in der Komödie "Fashion Victims".
    foto: poool

    Noch ist die Welt des routinierten Handlungsreisenden im Lot: Edgar Selge in der Komödie "Fashion Victims".

Ingo Raspers sympathische, mehrfach preisgekrönte Mittelstands-Sozialkomödie

Wolfgang Zenker, Handelsvertreter für Damenoberbekleidung, stößt eines Tages empfindlich an Grenzen: In seiner Firma, einem alteingesessenen Hersteller von Mode für die reifere Frau, sitzt plötzlich ein junger Kollege, der eine neue Linie vorgibt. Dass er seinen Führerschein abgeben musste, macht den Broterwerb nicht einfacher. Zu allem Überfluss besteht die Ehefrau - just als die Bank keinen Kredit mehr bewilligt - auf die längst fällige Renovierung des Badezimmers. Und der eigene Sohn hat offensichtlich ausgerechnet am Konkurrenten Gefallen gefunden.

Fashion Victims - Reine Geschmackssache heißt Ingo Raspers sympathische Mittelstands-Sozialkomödie. Das Langfilmdebüt des 33-jährigen Regisseurs wurde auf dem Max-Ophüls-Festival in Saarbrücken heuer gleich mehrfach ausgezeichnet. Angesichts des großartigen Hauptdarstellers - Edgar Selge (Polizeiruf 110), ein Meister des Understatements, dessen Ausbrüche angesichts der vorherrschenden Zurückgenommenheit umso effektiver ausfallen -, angesichts des nicht minder hervorragenden Ensembles (etwa Franziska Walser als Ehefrau), und angesichts der wunderbar lakonisch angelegten Situationen und Dialoge ist das kein Wunder. (irr / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.8.2007)

Vorbilder und Schreckensvisionen
Überblick über die weiteren Kinostarts der Woche

US-Filmemacher Kevin Smith beschert uns mit "Clerks 2 - Die Abhänger" ein komisches Wiedersehen mit den beiden Antihelden des Dienstleistungsgewerbes, die sich ihre durchaus vorbildliche Neigung zum Unproduktiven bewahren durften. Außerdem neu: Julien Temples Dokumentation "Joe Strummer: The Future Is Unwritten" über den 2002 gestorbenen Clash-Frontmann; die fortgesetzte britische Endzeitvision "28 Weeks Later" (Regie: Juan Carlos Fresnadillo) und die argentinische Vater-Sohn-Geschichte "Family Law / Derecho de familia" von Daniel Burman; das rumänische Geschichtsdrama "Der geköpfte Hahn" von Radu Gabrea und Marijan Vajda und die US-Komödie "Lizenz zum Heiraten" / "License to Wed" (Regie: Ken Kwapis) mit Robin Williams und Mandy Moore; und schließlich die Dokumentation "How To Cook Your Life" von Doris Dörrie, die Meisterkoch Edward Espe Brown porträtiert. (irr)

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2 Postings
einer der besten und lustigsten filme

seit langem.
Absolut empfehlenswert!
Der titel täuscht.

angesichts

angesichts der vielen "angesichts", die sich noch dazu nicht alle auf "ist das kein wunder" beziehen, ist der letzte satz dieser besprechung schwer verständlich.

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