Vom Lohn der guten Tat: Earl bekehrt im ORF

26. September 2007, 15:23
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Jason Lee mimt den lustigsten Verlierer seit Al Bundy - Sitcom "My Name is Earl" ab Donnerstag, 22.45 Uhr

Earl Hickeys Liste seiner schlechten Taten ist lang: "Nummer 102: Habe andere zum Passivrauchen gezwungen und sie damit krank gemacht oder gar getötet", listet Bruder Randy auf. Damit kann man sich in den USA bekanntlich ziemlich unbeliebt machen. Immerhin: Über den Sünder kommt die Erleuchtung und der Vorsatz, künftig ein gutes Leben zu führen. Was zwangsläufig misslingen muss und insofern gut ist für die TV-Zuseher: Denn die Abenteuer Earl Hickeys (Jason Lee) auf dem Weg zur Besserung gehören zum lustigsten, was TV-Serie im Moment bieten kann.

Earl gewinnt mit einem Rubbellos 100.000 Dollar, noch bevor er sich richtig freuen kann, wird er von einem Auto überfahren. Damit ist der schlacksige Schnauzbartträger einer der gelungensten Verlierer seit Al Bundy. Die Logik ist bestechend: "Ich war ein schlechter Mensch, und wenn ich Gutes tue, wird mir vielleicht auch einmal Gutes passieren." So berechnend das klingt, so heilig ist Earls Mission in Wahrheit: Gemeinsam mit Randy wirbelt er das spießige Kleinbürgertum auf.

Autor Greg Garcia verzichtete bei der NBC-Sitcom auf Konservenlacher, Minuspunkte gibt's nur für den ORF, der den Spaß nicht im Zweikanalton zeigt. Die Wandlung vom Saulus zum Paulus zeigt übrigens folgerichtig, wer die Priester im Medienzeitalter sind: Ein TV-Talkmaster macht Earl zum Missionar. (Doris Priesching/DER STANDARD; Printausgabe, 30.8.2007)

  • "My Name is Earl": Jason Lee mimt den lustigsten Verlierer seit Al Bundy.
    foto: orf

    "My Name is Earl": Jason Lee mimt den lustigsten Verlierer seit Al Bundy.

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