Der Optimismus in der Wirtschaft schlägt sich in besserer Zahlungsmoral der Firmen nieder, besonders brave Zahler sind aber die Privatkunden
Wien – Die Zahlungsmoral in Österreich hat sich verbessert. Firmenkunden zahlen ihre Rechnungen um einen Tag rascher als noch vor einem Jahr und damit innerhalb von elf Tagen. Besonders brave Zahler sind Privatkunden, die laut einer Studie des Kreditschutzverbandes von 1870 (KSV) im Schnitt nur fünf Tage in Verzug sind. "Der Trend zu einer besseren Zahlungsmoral hält an", fasst KSV-Chef Johannes Nejedlik die Ergebnisse der Umfrage unter 1500 Unternehmen zusammen.
Dass gleichzeitig die Zahl der Privatkonkurse steigt, liegt laut Nejedlik unter anderem an der besseren Wirtschaftslage. Denn Privatkonkurse seien schwierig durchzuführen – steigen jedoch die Einkommen, erhöhe sich die Chance auf einen Privatkonkurs.
Im internationalen Vergleich liegt Österreich gut: Den elf Tagen Zahlungsverzug im Inland stehen 17 Tage im europäischen Vergleich gegenüber. Besonders geduldige Gläubiger sind die Portugiesen, die rund 40 Tage über die vereinbarte Zeit auf ihr Geld warten. Die Gründe für den Zahlungsverzug liegen meist bei Liquiditätsengpässen.
Besser als ihr Ruf ist die öffentliche Hand: Mit durchschnittlich neun Tagen Zahlungsverzug zahlt Vater Staat pünktlicher als die Privatwirtschaft. Die beste Zahlungsmoral haben Unternehmen in Oberösterreich und Vorarlberg, die im Durchschnitt acht Tage in Verzug sind. (bpf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.08.2007)