"Wiener Zeitung": Machtkampf im Republikblatt

26. September 2007, 15:03
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"Bundeskanzler bleibt Herausgeber der Wiener Zeitung", titelte das Blatt - Samo Kobenter nur Stellvertreter für Bund und Kanzler

Wien - In der "Wiener Zeitung" bahnt sich ein interner Machtkampf an: "Bundeskanzler bleibt Herausgeber der Wiener Zeitung", titelte das Blatt auf der Medienseite der Dienstausgabe. Hintergrund: Seit 1. Juli vertritt Bundespressedienst-Chef Samo Kobenter die Republik Österreich als Herausgeber. Eine Position, die es in dieser Form davor nicht gab und als direkten Angriff auf den umstrittenen Chefredakteur der "Wiener Zeitung", Andreas Unterberger, gewertet wurde.

Der reagierte nun auf seine Weise und veröffentlichte in einem namentlich nicht gekennzeichneten Text Alfred Gusenbauers Antwort auf eine Anfrage des ÖVP-Abgeordneten Franz Morak: "Dr. Kobenter wurde also nicht (...) mit der Funktion des Herausgebers der 'Wiener Zeitung' betraut." Der schwarze Mediensprecher wollte Zeitungsberichte, die Kobenter verkürzt als Herausgeber nannten, vom Kanzler geklärt wissen. Kobenter lehnte jeden Kommentar ab. Unterbergers Vertrag endet 2010. Dass er tatsächlich so lange bleibt, gilt als unwahrscheinlich. (prie/DER STANDARD; Printausgabe, 29.8.2007)

  • "Wiener Zeitung": Wer hat das Sagen? Unterberger (links) oder Kobenter.
    fotos: standard/corn/newald

    "Wiener Zeitung": Wer hat das Sagen? Unterberger (links) oder Kobenter.

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