EVN versorgt sich mit Umsatzplus

25. September 2007, 11:06
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Durch die Einbeziehung der mazedonischen Tochter ESM wurden die witterungsbedingten Ab­satzeinbußen bei Strom in Österreich und Bulga­rien im Gesamtjahr mehr als ausgeglichen

Wien - Der börsenotierte niederösterreichische Energieversorger EVN konnte in den ersten drei Geschäftsquartalen 2006/07 (per Ende Juni) auf Grund der erstmaligen Einbeziehung der mazedonischen Tochter ESM AD die Umsätze um 6,5 Prozent auf 1,7 Mrd. Euro steigern. Das operative Ergebnis (EBIT) litt wie erwartet unter dem milden Winter und gab um sechs Prozent auf 186,9 Mio. Euro nach. Das Konzernergebnis konnte dagegen vor allem wegen eines guten Finanzergebnisses um sieben Prozent auf 221,8 Mio. Euro gesteigert werden, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Die veröffentlichten Zahlen entsprachen im Großen und Ganzen den Erwartungen. Analysten hatten im Schnitt mit genau denselben Umsatzerlösen, einem etwas geringerem EBIT von 182,8 Mio. Euro und einem geringerem Konzernergebnis von 201,4 Mio. Euro gerechnet.

Verhaltener Ausblick

Für das gesamte Geschäftsjahr 2006/07 rechnet EVN infolge des extrem milden Winters mit einem leichten Ergebnisrückgang. Vor allem im Energiebereich müsse das Unternehmen Absatzeinbußen hinnehmen, auch im Umweltbereich können die zahlreichen, jedoch kleineren neuen Projekte den Umsatzrückgang durch das Auslaufen von Großprojekten nicht voll kompensieren, heißt es im Ausblick.

Weiterer Druck auf die Margen resultiere aus Netzpreissenkungen, die der österreichische Regulator per 1. Jänner 2007 verordnet habe. Vor allem die für den Gasnetzbereich verfügte Netztarifkürzung führe zu entsprechenden Erlöseinbußen. Weiterhin erwartet die EVN ein starkes Finanzergebnis, das jedoch unter dem ausgesprochen guten, durch Einmaleffekte im Beteiligungsergebnis geprägten Vorjahresniveau liegen wird. Insgesamt wird damit ein Konzernergebnis unter dem Rekordwert des vergangenen Jahres erwartet.

Stromverkauf steigt

Im Umweltsegment blieben die Umsatzerlöse infolge der Fertigstellung eines Trinkwasser-Großprojektes in Moskau unter dem Vorjahresniveau, teilte die EVN weiter mit. In Summe stieg der Stromverkauf im Jahresvergleich um fast 21 Prozent. Demgegenüber sank der Gasverkauf um 27 Prozent, der Wärmeabsatz reduzierte sich um etwa 13 Prozent.

Mit der Übernahme des bulgarischen Fernwärmeversorgers TEZ Plovdiv habe sich die Zahl der Wärmekunden verdoppelt, so die EVN weiter. Mit dieser Akquisition verfüge man auch über die erste eigene Produktionsanlage in Südosteuropa. Gute Chancen rechnet sich das Unternehmen in Albanien aus. Für das in Kürze startende Vergabeverfahren für drei Speicherkraftwerke habe die EVN einen Bonus von 10 Bewertungspunkten - von 100 möglichen - bekommen.

Die Bauarbeiten für das gemeinsam mit STEAG realisierte Kohlekraftwerk in Duisburg-Walsum laufen weiterhin plangemäß. Beim Kraftwerk Dürnrohr wurden die Bauarbeiten für die Biomasse-Versuchsanlage im Juli abgeschlossen. Die Inbetriebnahme ist gegen Jahresende 2007 geplant. In einem ersten Schritt wird in der Versuchsanlage aus 6.000 Tonnen Stroh Strom für 2.500 Haushalte erzeugt.

Übernahme einer Shell-Tochter

Einen weiteren Fortschritt in der vertikalen Integration verzeichnete EVN mit der Vertragsunterzeichung über die Übernahme der E&P Holding GmbH, einer Tochter des Shell Konzerns, durch die Partner der RAG Beteiligungs AG (RBG). Durch die vereinbarte Transaktion - die noch unter verschiedenen Vorbehalten steht, erhöhe die EVN ihren indirekten Anteil an der RAG.

Auch im Umweltbereich habe die EVN in den ersten drei Quartalen wichtige Fortschritte gemacht, heißt es weiter. Die Realisierung der thermischen Abfallverwertungsanlage für die russische Hauptstadt Moskau befinde sich in der Endphase. Der Probelauf einzelner Anlagen habe schon begonnen, die für Herbst 2007 geplante Inbetriebnahme sollte damit gewährleistet sein. Mit dem Kapazitätsausbau der Thermischen Abfallverwertung in Dürnrohr habe die EVN wie geplant im Juni 2007 begonnen. Die Bauzeit werde etwa zwei Jahre betragen, die Gesamtkapazität der Anlage werde um etwa ein Drittel auf 500.000 Tonnen steigen.

In Zagreb habe die WTE - eine 100 Prozent- Tochter der EVN - die vierte biologische Reinigungsstufe der städtischen Kläranlage sowie die Schlammlinie zur Gewinnung von Biogas für zwei Blockheizkraftwerke in Betrieb gesetzt. In Moskau stehe der Spatenstich zur Errichtung eines Blockheizkraftwerks neben der Kläranlage Kurjanovo kurz bevor. Weitere Großprojekte - unter anderem in Zypern, im Baltikum sowie in Großstädten der russischen Föderation - stehen kurz vor Vertragsabschluss.

EVN Wasser konnte im Berichtszeitraum die Anzahl der direkt versorgten Kunden auf der Basis vertiefter Partnerschaften mit niederösterreichischen Gemeinden auf 30.000 nahezu verdoppeln. Weiters wurden EVN Wasser und WTE mit der Errichtung einer neuen kommunalen Kläranlage in Tulln mit einem Investitionsvolumen von 11,5 Mio. Euro beauftragt, so die EVN. (APA)

  • Die veröffentlichten Zahlen entsprechen im Großen und Ganzen den Erwartungen.
    foto: evn

    Die veröffentlichten Zahlen entsprechen im Großen und Ganzen den Erwartungen.

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