Radkonzepte für Österreich

Redaktion, 27. August 2007, 17:48

Die aktuelle Situation und zukünftige Radfahr-Ideen aus den Städten Salzburg, Graz, Wien und dem Burgenland

Streicheln für Zweiradler

Salzburg – Die Landeshauptstadt Salzburg gilt als österreichische Radfahrerhauptstadt. Im Vergleich zur Größe der Stadt sind 170 Kilometer Radwege eine Menge. Im Sommer fahren rekordverdächtige 35 Prozent mit dem Rad zur Arbeit. Etwa ein Sechstel aller Wege werden mit dem Rad gefahren.

Die Zuneigung der Salzburger zum Rad ist nicht ganz freiwillig entstanden: Wenig attraktive öffentliche Verkehrsmittel und die häufigen Staus zwingen die Menschen aufs Rad. Längst heißt es in der Verkehrspolitik: Nur die Radfahrer würden die Stadt vor Schlimmerem retten. Dazu kommt, dass die Stadt ihre Radler hätschelt und pflegt, wo es geht. Der Radwegebau schreitet zügig voran, gratis Radcodierung, kostenlose Rad-Selfservice-Stationen helfen im Pannenfall.


Salzburg Museum


Jüngstes Projekt: Die Umlandgemeinden Hallwang, Wals-Siezenheim und das bayerische Freilassing werden an das Salzburger Wegenetz angebunden. Bei solchen Vorgaben kann das Land schlecht zurückstehen: Heuer werden für den Radwegeausbau rund zwei Millionen Euro ausgegeben.

>>> Graz - Planen fürs Miteinander

1 | 2 | 3 | 4 weiter 
  • Das tägliche City-Rodeo [134]

    TitelbildSeit 20 Jahren gehören Fahrradboten zum städtischen Straßenbild. Genauso wie Straßenbahn, Fiaker und Stau

  • "Das Positive überwiegt" [34]

    Wer in der Stadt mit dem Drahtesel fährt, lebt gesünder. Abgase und Unfälle sind für den Sportmediziner Paul Haber kein Grund, vom Radfahren abzuraten

  • Radkonzepte für Österreich [14]

  • Radsucher mit urbanen Nöten [17]

    TitelbildVom Gebrauchsgegenstand zum luxuriösen Sportgerät zur neuen Einfachheit. Das Zweirad gibt es mittlerweile in fast ebenso vielen Varianten wie das Auto

Kommentar posten
14 Postings
immer die blinden Fußgänger am Radweg

nicht nur das die Fußler oft geistesabwesend am Radweg herumkrebsen statt ihn einfach zu überqueren, stehen oft auch Sitzbänke!!! am Radweg herum. Siehe etwa in Wien am Ringradweg. Fordere daher Radständer auf der Fahrbahn zu montieren!

was mich anstinkt ist,

dass ich als radfahrer kreuzungen mit radwegen nur mit 10 km/h passieren darf. das empfinde ich als extreme benachteiligung, vor allem in kombination mit der tatsache, dass radwege, wo vorhanden, benutzt werden müssen. ich benutze das fahrrad als verkehrsmittel und nicht als spielzeug, somit ist vorwärtskommen der wesentliche faktor (wie bei den meissten verkehrsteilnehmern). solche vorschriften mit dem rowdytum mancher radfahrer zu begründen halte ich für lächerlich, da sogesehen autofahrer schon lange nur mehr in der sandkiste fahren dürften.

das ist leider auch zum reinen selbstschutz anzuraten, denn meist schneiden dich auch autofahrer die einem sehen, und bei jeder 2.kreuzung einen purzelbaum über die motorhaube zu schlagen ist auch sehr unlustig

die 10km/h Bestimmung...

... ist eine Konsequenz daraus, dass bauliche getrennte Gehsteig-RADWEGE auf den Kreuzungen unlösbare Konflikte verursachen: Falsche Spurenstaffelung (rechtsabbiegende Autos neben fahren links neben geradeausfahrenden Radlern) etc.

Lt. einer Studie der Uni Lund/Schweden ist das Unfallrisiko auf Radwegen ca 10x so hoch verglichen mit Radfahren auf der Fahrbahn.

Eine logische Konsequenz wäre, im Stadtgebiet sämtliche Gehsteigradwege abzureissen und durch Radverkehrsanlagen auf der Fahrbahn zu ersetzen. Fortschrittliche Städte haben damit längst begonnen, auch in Salzburg wurde heuer ein Radweg rückgebaut. Das ganze würde auch eine Diskussion über das leidige 10km/h Limit überflüssig machen.

Es ist aber logisch - wenn du mit vollem Tempo, also auf der Geraden gut 30-40 kmh, angerauscht kommst, dann sieht dich der Autofahrer, der sich ja zusätzlich auf die Querstraße und eine mögliche Lücke konzentrieren muß, viel zu spät.

den radfahrer zählen sie also nicht zum querverkehr oder wie?

Nein

Sind Parallelverkehr.

"In Eisenstadt selbst die kürzeste Strecke auf dem Rad zurückzulegen, ist hingegen viel schwieriger. Markierte Radwege gibt es nicht." --> Und wo ist jetzt das Problem? Zum Radfahren brauchts keinen Radweg, auf der Strasse kommt man genausogut bzw. in den meisten Fällen sogar besser voran. Die ersten Radwege sind unter Hitler entstanden um die Radfahrer von der Strasse zu bekommen, damit die Autofahrer "freie Bahn" haben (siehe Wikipedia). Andere Vorteile bieten Radwege leider nicht. Besonders da sie erwiesenermaßen für Radfahrer ein höheres Risiko darstellen als die meisten Strassen. Sinnvolle Radfahrpolitik integriert die Radfahrer in den normalen Verkehr, anstatt sie via Radwegbenutzungspflicht auf einen Seitenstreifen zu verbannen.

Stimmt! Mehrzweckstreifen sind schneller zu errichten, billiger und gleidern den Radfahrer in den fliessenden Verkehr ein!
Aber die autofahrenden Verkehrsplaner zwacken lieber den Fussgängern noch mehr Fläche ab als dem Autoverkehr...

stimmt, auf mehrzweckstreifen kommt man prinzipiell viel schneller mit dem rad voran. das lästige vorbeischlängeln entfällt auch. das problem ist nur, dass die meisten autofahrer nicht wissen (oder wissen wollen), dass sie am mehrzweckstreifen immer nachrang haben und diesen nicht einfach blockieren dürfen, wenn sie in überqueren und die danebenliegende abbiegespur voll ist...

die ÖVP

hat ja mit ihrer nummerschild für radfahrer wohl den trend nicht ganz geblickt. zwar stinken uns den ganzen tag blechlawinen an. feinstauben uns ein. verbrauchen landschaft und schädigen das bruttosozialprodukt indem sie russische und irakische bodenschätze verbrennen die man auch sinnvoller nutzen könnte. stellen uns die städte voll und verstopfen alle wege. aber die övp hat den radfahrer zum feindbild erkoren ! bizarr ! unglaublich weltfremd ! (haben auch was gegen fiaker, nur wer soll die touristen anlocken die geld nach ö bringen ???)

Diese Schnapsidee (die genauso schwachsinnig ist wie eine Helmpflicht für Radler) wird doch eh nie umgesetzt. Wie wollen Sie denn das überhaupt machen?

Umsetzung kommt nicht ...

... allerdings schadet die Aufrechterhaltung des Mythos vom "Radrowdytum" kombiniert mit der gebetsmühlenartigen Wiederholung von Schikane-Maßnahmen dem Radfahren leider auch ...

Denk ich auch, der Verwaltungsaufwand wäre gewaltig, und zahlen wills dann eh keiner! :)

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.