Siemens will mit Biometrie zweistellig wachsen

10. September 2007, 08:47
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Eindeutige Identifizierung soll kräftig Umsatz bringen - Einsatz bei Ausweisen und Grenzkontrollen

Der Siemens-Konzern will im Geschäft mit Gesichtserkennung und Fingerabdruckkontrolle kräftig zulegen. Der Umsatz im Bereich Biometrie solle jährlich um mehr als 30 Prozent wachsen, sagte der Leiter des Bereichs Biometrie in der neu gegründeten Siemens-IT-Sparte SIS, Gerd Hribernig, der Deutschen Presse-Agentur dpa in München. "Der Bereich der öffentlichen Auftraggeber ist eine unserer wichtigsten Branchen - und Biometrie spielt darin eine wichtige Rolle."

Umsatz

Bisher steuerten die biometrischen Systeme einen zweistelligen Millionenbetrag zum Umsatz bei. In zwei bis drei Jahren soll es eine dreistellige Summe sein. Damit bleibt es in der gesamten Sparte SIS, die in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres knapp vier Milliarden Euro Umsatz machte, allerdings noch ein kleines Geschäftsfeld. SIS wurde Anfang des Jahres aus dem lange Zeit kriselnden IT-Bereich SBS sowie einigen ausländischen IT-Töchtern des Konzerns geformt.

Identifizierung

Durch den Einsatz der Biometrie ist es möglich, Menschen anhand ihrer Körpermerkmale zu erkennen. Stimmen, Gesichtszüge, Fingerabdrücke, die Regenbogenhaut des menschlichen Auges (Iris) - aus all dem lassen sich unverwechselbare Datenmuster gewinnen. Während die Technologie Anfang des Jahrtausends noch mit hohen Fehlerquoten zu kämpfen hatte, sind inzwischen zahlreiche zuverlässige Anwendungen auf dem Markt. "Durch die Einführung biometrischer Merkmale in den Reisepass sind nun auch große Bevölkerungsgruppen damit in Berührung gekommen", sagte Hribernig.

Pass

Deutschland hat zum 1. November 2005 den biometrischen Reisepass eingeführt, in dem das Gesichtsbild in einem Chip elektronisch gespeichert ist. Vom 1. November 2007 an werden bei neuen Pässen zusätzlich auch Fingerabdrücke gespeichert. Siemens hat den Zuschlag für die biometrischen Ausweise in Italien, Schweiz, Großbritannien und anderen Ländern erhalten und mehrere Grenzkontrollen mit den dazugehörigen Kontrollsystemen ausgestattet. "Wir haben unter anderem in Estland und Lettland Grenzkontrollen installiert und im Sommer letzten Jahres Europas modernste Grenze in Kroatien."

SIS

Großes Potenzial sieht Hribernig auch bei der Zugangskontrolle anhand von biometrischen Merkmalen. Bisher habe SIS bereits rund 70 Krankenhäuser, vor allem in den USA, mit biometrischen Systemen ausgestattet. Damit kann sich beispielsweise ein Arzt anhand seines Fingerabdrucks am Computer ausweisen, um Zugang zu vertraulichen Patientendaten zu erhalten. (APA)

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