Geologe Alexander Tollmann im Alter von 79 Jahren verstorben

Wiener war Gründungsvater der Vereinten Grünen Österreichs - Stirnrunzeln riefen seine Thesen zu Atlantis und Nostradamus hervor

Wien - Der Geologe und frühere Grünaktivist Alexander Tollmann ist im Alter von 79 Jahren verstorben. Laut einer Aussendung der ARGE "Ja zur Umwelt, Nein zur Atomenergie", deren Ehrenobmann Tollmann war, ist der Wissenschafter bereits am 8. August verstorben am Freitag in Wien am Gersthofer Friedhof beigesetzt worden.

Werdegang

Der 1928 in Wien geborene Geologe hat bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1996 über 200 Fachartikel verfasst. An Büchern stammen etwa "Ostalpensynthese" (1963), "Alpine Deckentektonik" (1973) oder "Bau der Nördlichen Kalkalpen" (1976) aus Tollmanns Feder. Sein dreibändiges Standardwerk "Die Geologie Österreichs" erschien zwischen 1977 und 1986.

Mit Umweltfragen hat sich der Wissenschafter bereits zu Zeiten beschäftigte, als rauchende Schlote noch als willkommenes Zeichen des Fortschritts galten. Einer breiten Öffentlichkeit wurde er mit der Anti-Zwentendorf-Bewegung bekannt. Der negative Ausgang der Volksabstimmung über die Inbetriebnahme des Kernkraftwerks im Jahr 1978 wird nicht zuletzt auf ein geologisches Gutachten Tollmanns zurückgeführt.

Beflügelt vom Erfolg der Zwentendorf-Bewegung gründete Tollmann die Vereinten Grünen Österreichs (VGÖ). Tollmann zog sich nach dem enttäuschenden Ergebnis bei den Nationalratswahlen 1983 aus der Parteipolitik zurück. Damals hatten die "bürgerlichen Grünen" 1,93 Prozent der Stimmen erreicht.

In den 90er Jahren engagierte sich Tollmann im Rahmen der "ARGE Nein zur Atomenergie - Ja zur Umwelt" gegen den österreichischen Beitritt zur EU und für die Beibehaltung der Neutralität. Gemeinsam mit seiner mittlerweile verstorbenen Frau Edith brachte er 1993 das 560 Seiten starke Buch "Und die Sintflut gab es doch" heraus.

Stirnrunzeln über Atlantis-Untergang

Ursache für die von Tollmann auf 7553 vor Christus datierte Flutkatastrophe, welche unter anderem das legendäre Atlantis ausgelöscht haben soll, war nach Ansicht des Geologen der Aufschlag eines gewaltigen Kometen auf der Erde. Stirnrunzeln unter Fachkollegen erregte nicht zuletzt die Aussage, dass die Katastrophe "am 23. September um drei Uhr früh" stattgefunden haben soll. Tollmann berief sich dabei auf Fakten aus der Mythologie.

Ende der 90er Jahre prophezeite er den Dritten Weltkrieg und die "Endkatastrophe" in Form eines verheerenden Kometeneinschlages 1999 auf der Erde, welcher die menschliche Zivilisation endgültig vernichten werde. 1998 erschien sein Buch "Das Weltenjahr geht zur Neige". Tollmann untermauerte darin seine Thesen mit den Schriften des Nostradamus. Nach dem Ausbleiben der Katastrophe räumte der Wissenschafter ein, dass sich Nostradamus möglicherweise geirrt haben könnte.(APA)

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