Die Theorie wurde auch umgesetzt
Die Analyse der drei wichtigsten Passwege der
ÖFB-Kicker gegen Tschechien zeigt, dass - wie kaum bisher unter Hickersberger - die theoretisch richtige Spielanlage auch umgesetzt wurde. Der Eindruck neu gewonnener Selbstverständlichkeit ist umso erstaunlicher, als man doch zum ersten Mal seit Langem mit nur einer echten Spitze spielte. Bemerkenswert die Diversität im Spielaufbau, der Wechsel zwischen Kurzpassspiel und - eine völlige Novität - langen Diagonalpasses, die Tschechien in Verlegenheit brachten. Bemerkenswert: Michael Mörz als hängende Spitze in Durchgang eins, Joachim Standfest im rechten Mittelfeld und vor allem
Sebastian Prödl. Der Innenverteidiger putzte nicht bloß aus, sondern bildete mit
Martin Stranzl eine Achse im Spiel nach vorn. Die tendenzielle Dezentralität des Netzwerkes lässt darauf schließen, dass die unterschiedlichen Formationen ineinanderzugreifen beginnen. Selbst verunsicherte Spieler (Prager, Linz) wurden von der Stabilität um sie herum angesteckt und gewissermaßen "getragen".
SCHLÜSSELSPIELER (Gegebene und angenommene Pässe)
1. Katzer 108
2. Kuljic 102
3. Standfest 93
4. Mörz 91
4. Prager 91
6. Stranzl 78
7. Leitgeb 73
8. Säumel 59
9.Ibertsberger 57
10. Prödl 54
11. Manninger 52
12. Aufhauser 47
13. Linz 36
14. Harnik 20
15. Salmutter 19
ERFOLGREICHE PÄSSE IN PROZENT
1. Säumel 90,00 (27 von 30)
2. Standfest 88,71 (55 von 62)
3. Ibertsberger 87,88 (29 von 33)
4. Stranzl 86,00 (43 von 50)
5. Prödl 82,50 (33 von 40)
6. Salmutter 77,78 ( 7 von 9)
7. Linz 75,00 ( 6 von 8)
8. Prager 74,07 (20 von 27)
9. Katzer 73,47 (36 von 49)
10. Mörz 72,73 (24 von 33)
Insgesamt sind 376 Pässe angekommen, 114 verfehlten ihren Adressaten.
DIE MEISTEN PÄSSE VON/RICHTUNG
1. Stranzl-Katzer 14
2. Standfest-Mörz 13
3. Säumel-Katzer 10
3. Standfest-Kuljic 10
3. Katzer-Leitgeb 10
3. Prager-Standfest 10
7. Katzer-Kuljic 9
7. Manninger-Prager 9
7. Katzer-Säumel 9
10. Standfest-Prager 8
10. Stranzl-Kuljic 8
10. Leitgeb-Kuljic 8
10. Prödl-Standfest 8
10. Manninger-Kuljic 8
15. Ibertsberger-Standfest 7
15. Mörz-Prager 7
15. Ibertsberger-Prager 7
15. Leitgeb-Katzer 7
19. Aufhauser-Mörz 6
19. Prager-Mörz 6
AM ÖFTESTEN ANGESPIELT
1. Kuljic 74
2. Mörz 59
3. Prager 51
4. Katzer 46
5. Standfest 44
6. Leitgeb 37
7. Säumel 29
8. Linz 28
8. Stranzl 28
10. Ibertsberger 24
11. Aufhauser 20
12. Prödl 14
13. Manninger 13
14. Harnik 13
15. Salmutter 10
GABEN DIE MEISTEN PÄSSE
1. Katzer 62
2. Stranzl 50
3. Standfest 49
4. Prödl 40
4. Prager 40
6. Manninger 39
7. Leitgeb 36
8. Ibertsberger 33
9. Mörz 32
10. Säumel 30
11. Kuljic 28
12. Aufhauser 27
13. Salmutter 9
14. Linz 8
15. Harnik 7
BALLBERÜHRUNGEN PRO BALLBESITZ
1. Manninger 1,12
2. Linz 1,33
3. Prödl 1,35
4. Stranzl 1,48
5. Salmutter 1,60
6. Mörz 1,66
7. Harnik 1,70
8. Aufhauser 1,72
9. Kuljic 1,74
10. Prager 1,79
FAS.research beobachtet exklusiv für den Standard alle Spiele der Nationalmannschaft. Helmut Neundlinger, Ruth Pfosser und Harald Katzmair codieren die einzelnen Spielzüge, der Datensatz wird netzwerkanalytisch ausgewertet und das Ergebnis interpretiert. Im Bild zu sehen sind die Ballwege zu den drei wichtigsten Pass-Partnern jedes Spielers. Die Größe der Kreise verdeutlicht die Summe der angekommenen und abgegebenen Pässe. (DER STANDARD Printausgabe, 24.August 2007)