Richtige Spielanlage gegen Tschechien

28. Jänner 2008, 20:28
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Die Theorie wurde auch umgesetzt

Die Analyse der drei wichtigsten Passwege der ÖFB-Kicker gegen Tschechien zeigt, dass - wie kaum bisher unter Hickersberger - die theoretisch richtige Spielanlage auch umgesetzt wurde. Der Eindruck neu gewonnener Selbstverständlichkeit ist umso erstaunlicher, als man doch zum ersten Mal seit Langem mit nur einer echten Spitze spielte. Bemerkenswert die Diversität im Spielaufbau, der Wechsel zwischen Kurzpassspiel und - eine völlige Novität - langen Diagonalpasses, die Tschechien in Verlegenheit brachten. Bemerkenswert: Michael Mörz als hängende Spitze in Durchgang eins, Joachim Standfest im rechten Mittelfeld und vor allem Sebastian Prödl. Der Innenverteidiger putzte nicht bloß aus, sondern bildete mit Martin Stranzl eine Achse im Spiel nach vorn. Die tendenzielle Dezentralität des Netzwerkes lässt darauf schließen, dass die unterschiedlichen Formationen ineinanderzugreifen beginnen. Selbst verunsicherte Spieler (Prager, Linz) wurden von der Stabilität um sie herum angesteckt und gewissermaßen "getragen".

SCHLÜSSELSPIELER (Gegebene und angenommene Pässe)

1. Katzer     108 
2. Kuljic     102 
3. Standfest   93 
4. Mörz        91 
4. Prager      91 
6. Stranzl     78 
7. Leitgeb     73 
8. Säumel      59 
9.Ibertsberger 57 
10. Prödl      54 
11. Manninger  52 
12. Aufhauser  47 
13. Linz       36 
14. Harnik     20 
15. Salmutter  19 

ERFOLGREICHE PÄSSE IN PROZENT

1. Säumel       90,00 (27 von 30) 
2. Standfest    88,71 (55 von 62) 
3. Ibertsberger 87,88 (29 von 33) 
4. Stranzl      86,00 (43 von 50) 
5. Prödl        82,50 (33 von 40) 
6. Salmutter    77,78 ( 7 von 9) 
7. Linz         75,00 ( 6 von 8) 
8. Prager       74,07 (20 von 27) 
9. Katzer       73,47 (36 von 49) 
10. Mörz        72,73 (24 von 33) 

Insgesamt sind 376 Pässe angekommen, 114 verfehlten ihren Adressaten.

DIE MEISTEN PÄSSE VON/RICHTUNG

1. Stranzl-Katzer         14 
2. Standfest-Mörz         13 
3. Säumel-Katzer          10 
3. Standfest-Kuljic       10 
3. Katzer-Leitgeb         10 
3. Prager-Standfest       10 
7. Katzer-Kuljic           9 
7. Manninger-Prager        9 
7. Katzer-Säumel           9 
10. Standfest-Prager       8 
10. Stranzl-Kuljic         8 
10. Leitgeb-Kuljic         8 
10. Prödl-Standfest        8 
10. Manninger-Kuljic       8 
15. Ibertsberger-Standfest 7 
15. Mörz-Prager            7 
15. Ibertsberger-Prager    7 
15. Leitgeb-Katzer         7 
19. Aufhauser-Mörz         6
19. Prager-Mörz            6 

AM ÖFTESTEN ANGESPIELT

1. Kuljic        74 
2. Mörz          59 
3. Prager        51 
4. Katzer        46 
5. Standfest     44 
6. Leitgeb       37 
7. Säumel        29 
8. Linz          28 
8. Stranzl       28 
10. Ibertsberger 24 
11. Aufhauser    20 
12. Prödl        14 
13. Manninger    13 
14. Harnik       13 
15. Salmutter    10 

GABEN DIE MEISTEN PÄSSE

1. Katzer        62 
2. Stranzl       50 
3. Standfest     49 
4. Prödl         40 
4. Prager        40 
6. Manninger     39 
7. Leitgeb       36 
8. Ibertsberger  33 
9. Mörz          32 
10. Säumel       30 
11. Kuljic       28 
12. Aufhauser    27 
13. Salmutter     9 
14. Linz          8 
15. Harnik        7

BALLBERÜHRUNGEN PRO BALLBESITZ

1. Manninger 1,12 
2. Linz      1,33 
3. Prödl     1,35 
4. Stranzl   1,48 
5. Salmutter 1,60 
6. Mörz      1,66 
7. Harnik    1,70 
8. Aufhauser 1,72 
9. Kuljic    1,74 
10. Prager   1,79 

FAS.research beobachtet exklusiv für den Standard alle Spiele der Nationalmannschaft. Helmut Neundlinger, Ruth Pfosser und Harald Katzmair codieren die einzelnen Spielzüge, der Datensatz wird netzwerkanalytisch ausgewertet und das Ergebnis interpretiert. Im Bild zu sehen sind die Ballwege zu den drei wichtigsten Pass-Partnern jedes Spielers. Die Größe der Kreise verdeutlicht die Summe der angekommenen und abgegebenen Pässe. (DER STANDARD Printausgabe, 24.August 2007)

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