Strache gibt vor Gericht Kontakte zur Wiking-Jugend zu

Redaktion, 23. September 2007 17:36
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    Foto: apa/pfarrhofer

    Strache gegen Fellner: In der ersten Prozessrunde gab der FPÖ-Obmann zu, dass die Fotos mit Mitgliedern der Wiking-Jugend tatsächlich ihn zeigen. Er sei aber kein Mitglied gewesen.

FPÖ-Chef auf Foto mit Angehörigen der neonazistischen Organisation zu sehen - Diskussion über angebliche Paintball-Bilder

Wien - FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache hat im Zuge der Foto-Affäre nun Kontakte zur "Wiking Jugend" zugegeben. Er sei jedoch kein Mitglied der Organisation gewesen, sagte Strache nach einer ersten Verhandlungsrunde im Prozess gegen die Tageszeitung "Österreich" am Donnerstag. Seit 1990 will er mit der "Wiking Jugend" allerdings nichts mehr zu tun gehabt haben. Die neonazistische Jugendorganisation ist in Deutschland 1994 verboten worden. Bei der Verhandlung im Wiener Straflandesgericht wurden zudem die "Spielkameraden" des FPÖ-Obmanns identifiziert, die der Öffentlichkeit durch verpixelte Fotos von wehrsportähnlichen Übungen bekannt sind.

Kontakte zur Wiking-Jugend

Einvernommen wurden am Donnerstag einer von Straches damaligen Gefährten und der frühere innerparteiliche Strache-Rivale Ewald Stadler. Der FPÖ-Chef gab nach der Verhandlung zu, Kontakt zur "Wiking Jugend" gehabt zu haben. Er sei allerdings mit keiner verbotenen Organisation in Berührung gekommen. Er habe auch keine strafbaren Handlungen gesetzt, so Strache. Seine in Medien kolportierte angebliche Verhaftung an der innerdeutschen Grenze 1989 stellte Strache als Anhaltung zwecks Identifizierung dar.

Die Tageszeitung "Österreich" hatte ein Foto publiziert, auf dem Strache im Kreise der "Wiking Jugend" abgebildet sein soll. Strache erklärte heute, zu Silvester 1989 an der deutsch-deutschen Grenze an einer Aktion teilgenommen zu haben, bei der auch Mitglieder der Organisation anwesend gewesen seien. Ziel der Versammlung sei es gewesen, DDR-Bürgern "Care-Pakete" über die Grenze zu reichen. Danach will Strache mit der "Wiking Jugend" nichts weiter zu tun gehabt haben. Er wisse auch nicht, was mit der Bewegung passiert und wieso es zur Auflösung gekommen sei.

Stadler gegen Strache

Im Gegensatz dazu sprach der im Zuge der Foto-Affäre aus der Partei ausgetretene Ewald Stadler vor Gericht von einem "Brotwunder" und einer "skurrilen Erklärung" Straches bei jener Parteivorstandssitzung im Jänner 2007, bei der die Jugendfotos besprochen wurden. Demnach habe Strache im Parteigremium erklärt, nicht verhaftet, sondern nur festgenommen worden zu sein. Der Parteichef hat laut Stadler außerdem behauptet, nach Deutschland gefahren zu sein, um "Brotkörbe über die Grenze zu werfen".

Bei den beiden Einvernahmen wurden zudem jene Männer identifiziert, die der Öffentlichkeit aus verpixelten Fotos bekannt sind. Genannt wurden unter anderem Andreas T., Andreas R., Jürgen H. und Marcus U.. Stadler legte insgesamt sieben Bilder vor, auf denen Personen u.a. mit Gummiknüppeln und Gewehren in militärischer Uniform posieren. Bei den Waffen soll es sich laut Marcus U. um Pumpguns zum Gotcha-Spielen handeln. Dass Strache Kontakte zu Gerd Honsik, dem in den neunziger Jahren nach seiner Verurteilung nach dem Verbotsgesetz nach Spanien geflohenen Aktivisten, sowie der "Nationalen Front" gehabt haben soll, wurde von den Zeugen nicht bestätigt.

"Geländespiele"

Stadler sagte aus, weder über die Honsik-Gruppe noch über Wehrsportübungen oder die Wiking-Gruppe etwas zu wissen. Marcus U. gab zu Protokoll, die Fotos seien bei einem "Zeltlager" entstanden. Er sprach von "Geländespielen" und "Gotcha-Spielzeug", von Wehrsportübungen wollte auch er nichts wissen. Auf die Gummiknüppel angesprochen meinte er, solche "Spielereien" seien "unter Burschen nicht unüblich".

Das Verfahren wird im September fortgesetzt. Beantragt wurde unter anderem die Vorladung von Gottfried Küssel als Zeuge. Gegen den ehemaligen führenden VAPO-Aktivisten ist Mitte der 90er Jahre ein gerichtliches Verfahren wegen NS-Wiederbetätigung gelaufen.(APA)

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Francois21
 
04.09.2007 10:19
Was neues?

oje mine...Herr Strache hat(te) Kontakte zu Neonazis und denkt wohl ganz im inneren, dass früher eh nicht alles so schlecht war...

nun gut...dass eine partei, die werbung mit "daham statt islam" und "wien darf nicht istanbul werden" macht und auch sonst niveaulosere glanzlichter setzt, einen rechtsgesinnten (was in meinen augen kaum einen unterschied zu einem neo-nationalsozialisten ausmacht) obmann hat, is ja nix neues,...

und über diese sache wird auch gras wachsen,...

mala leche
30.08.2007 00:01
Schon interessant, wie Strache mit seiner FPÖ seit dem Sommergespräch und Gerichtstermin recht schnell medial abgetaucht ist!

Nicht einmal den RFJ-Stmk verteidigt er. Na ja, es kann sein, aber auch nicht sein, dass er sich mit seinen "Jugend-Betätigungen" auseinandersetzt und noch dazu auch noch Gauggs bis Haiders "Erbe" aufzuarbeiten versucht.....
"Fast" könnte so einer einem leid tun!

Mike Freeman
28.08.2007 12:59
Eines hätte ich gerne Erklärt bekommen vom HC:

Wie kann unser General Paintball HC Care-Pakete über die Grenze zur DDR geworfen haben wenn die Care Aktion 1960 beendet wurde, Strache aber erst 1969 gebohren wurde?

http://de.wikipedia.org/wiki/Care-Paket

Selbst wenn er als Neugebohrener an einer solchen Aktion teilgenommen hat, hätte er 9 Jahre alte Lebensmittel und Hilfsgüter über die Grenze geworfen.
Glaubt man ihm die Jugentlichkeit (nehmen wir an er war 17) dann waren es 26 Jahre alte Care-Pakete – das kommt dem illegalen deponieren von Müll auf dem ehemaligen Staatsgebiet der DDR gleich – oder dem bewusten Versuch, Bürger der ehem. DDR durch verdorbene Lebensmittel zu vergiften.
Also einem offenen Akt der Biologischen Kriegsführung gegen die ehemalige DDR.

max notax
28.08.2007 15:49
ja, das waren wohl auch besondere "Care Pakete"

vmtl voll mit gutem echtem deutschen Liedgut, ein paar Tapferkeitsmedaillien aus dem WK2 und ordentliches volksdeutsches Bier, damit die ostdeutschen Kameraden nach den anstrengenden Wehrsportuebungen im Wald ihren Spiegel halten koennen....

Mark_Anton
28.08.2007 03:26
nein sowas

ein FPÖ Politiker mit Kontakten ins Rechtsextreme Milieu, nein sowas wer hätte das denn gedacht, sowas kann man sich doch gar ned vorstellen sowas.

Meine Güte das einzig komische an der ganzen Sache ist wie überrascht jetzt alle sind. Die FPÖ läuft seit Jahren mit alten SSlern, deutschnationalen Burschis, Holocaustleugnern, alt-arischen Heimatkundelrn usw. rum und hofiert auch schon mal NDP-Typen wie Burger (sel.) - meine Herren what news. Daß der Strache die dzt. aufstrebendste Blüte auf diesem braunen Sumpf ist und man dort va. mit einer strammen Vergangenheit was wird, das könnte man wissen wenn man denn wollte. Der Skandal ist nicht daß der Typ auch mit Hardcore Nazis rumfummelt, sondern daß alle ihn den Bierdermann markieren lassen.

pepitant
29.08.2007 13:59
Ja, genau so ist es,

und weder die Christdemokraten noch deren Klientel, von Bauernbund bis Industriellenvereinigung, hatten mit einer Koalition über zwei Legislaturperioden das kleinste Problem. Auch wenn sie zu Angelobung unterirdisch anmarschierten, solang es opportun erschien, wurde der rechte Koalitionspartner mit Zähnen und Klauen verteidigt.
Man könnte meinen, Strache hätte das Gotchaspiel nach den letzten Wahlen erfunden, dabei ist seine Nazifreundlichkeit den Großparteien doch wurscht, solang er nicht in deren Wählerreservoir wildert. Nur, wenn diesem Gefahr droht, beginnen die Medien draufzuhauen.
Was ich nicht verstehe ist, dass die Grünen nicht bemerken, dass es ihnen ähnlich geht, nur werden sie halt als relativ harmlose Spinner hingestellt.

nachtflug71
29.08.2007 15:07
zur erinnerungsauffrischung...

... weder in schüssel I oder II hatte strache eine bedeutende rolle in der fpö. die spö hat mit strache für die untersuchungsauschüsse den koalitionsfreien raum genutzt um gemeinsame sache mit strache zu machen.

zur zur erhaltung der wahrheit.

Franz Stefan
29.08.2007 21:03
Und so nebenbei...

... wurde Haider wieder zum Provinzpolitiker im ärmsten Bundesland zurückgestutzt.
Natürlich könnte man sagen, der HC ist jetzt noch "gefährlicher". Dumm ist er nicht, aber er hat ein solches Register an "Jugendsünden", dass man ihn nach Bedarf damit beidseitig abwatschen kann.

Manfred Platschka
26.08.2007 20:33
Entscheidend ist, dass er nichts strafbares gemacht hat

Alles andere ist ein reines Politikum und uninteressant.

Dante Alighieri
28.08.2007 19:10

In der Politik darf man durchaus höhere Ansprüche als das Strafrecht haben.

Luky Pozzo
27.08.2007 11:34

Wer sich angeblich für Politik nicht interessiert, hat dann später meist "nichts gewusst".

Placebo
 
26.08.2007 00:27
Auch ich hatte in meiner Jugend Kontakte zu Wicki und die starken Männer. Ich bin ein Verbrecher :-(

thomas r.
26.08.2007 17:09

Gehts noch blöder oder war das das dämlichste, das du schreiben kannst?

Placebo
 
26.08.2007 18:26
Dämlicher gehts immer: Siehe Strache. Mein blauäugiger Held.

pater hirni
25.08.2007 22:24
"aber nein herr rat,

iwenn man mir vorhält, ich hätte herrn strache eine ananas rektal eingeführt, dann sage ich, ich habe lediglich ein care-paket in den osten seines körpers geworfen!"

Ingo Ortnerr
25.08.2007 13:23
OK und was anderes bringt das jetzt, als stimmmen für FP und auflage für "österr."?

Eine Kreatur
25.08.2007 20:14
so bewerten sie also die veröffentlichung

der engen kontakte zwischen neonaziszene und einem angeblich "demokratischen" politiker, mit dem und dessen partei die övp gerne ins koalitionsbett gehüpft ist?

nachtflug71
29.08.2007 15:10
siehe auch "erinnerungsauffrischung" weiter oben

Placebo
 
26.08.2007 00:28
Geht nicht. Sind beides Einzeller.

Aufdecker
25.08.2007 01:29
Doppelzelle

Strache wird sich bald mit Westenthaler eine Zelle teilen.
Und für die Haft- und Prozeßkosten müssen wieder mal die Ehrlichen und Fleißigen aufkommen.

ibinsdaheini
25.08.2007 07:01

diesmal aber die wirklich ehrlichen und fleissigen...


im ernst, willst zur einsparung alle laufen lassen?

Marlon62
25.08.2007 12:13
Ich bin dafür, dass jeder Österreicher,

der mit diesen Typen nichts am Hut hat, monatlich € 0,10 spendet, damit die auch sicher speziell gut bewacht werden können.

Der Wicht
 
28.08.2007 00:33

Wofür brauchens 600.000 Euro monatlich? Wollens den Vranitzky das machen lassen?

Franz Stefan
29.08.2007 21:06
Der kann/konnte nicht einmal

auf seinen Sohn aufpassen.

oldskool
25.08.2007 00:32
"strache outet sich als nazi"

das lustige is ja, er gibt seine fremdenfeindliche einstellung nicht zu, er unterstreicht sie sogar mit klaren worten, kommt aber garantiert ungeschoren davon..
jaja unser kasperltheater... ehm.. politik

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