Gipsy-Stil

Redaktion, 28. August 2007, 17:00
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    Eine Kreation von Charo Vara bei der Internationalen Flamenco-Modenschau in Seville im Frühling 2007.

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    Ein Flamencorock von Melisa Lozano

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    Aktueller Ethno-Look aus Südafrika 2007

Der Folklore- beziehungsweise Carmenlook tauchte bereits im 19. Jahrhundert auf - In den späten 1970er-Jahren hatte er Hochsaison

"Zigeunerstil" heißt er im Englischen, der sogenannte Gipsy-Look, den es ansatzweise bereits im 19. Jahrhundert gegeben hat. Diese Anlehnung an slawische, fernöstliche und andere Kleidungsmoden fällt unter den Überbegriff Folklore-Mode.

 

Der von Lanvin und japanischen DesignerInnen lancierte Stil wurde 1976 von Yves Saint Laurent zum Erfolg geführt und hielt sich bis 1982 auf den Laufstegen. Unter der Bezeichnung Carmen-Look tritt er in Abwandlungen bis heute immer wieder auf. Typisch dafür sind Volantröcke, Zipfelsaum, Carmen-Dekolleté, unter der Brust gebundene Blusen, Kopftücher im Piraten-Look und üppiger Silberschmuck.

Als besonders bekanntes Kleidungsstück erweist sich das Carmen-Kleid, das der andalusischen Volkstracht, dem Flamenco-Kleid, entstammt und speziell 1977 als en vogue galt. Charakterisch sind ein schulterfreier, von Volants eingerahmter Halsauschnitt, das berühmte Carmen-Dekolleté, ein um die Hüften enger, jedoch um die Knie weit schwingender Rock mit üppigen Rüschen, die in Volants aufgearbeitet wurden, dazu ein die Taille betonender breiter Gürtel.

Ethno-Elemente neu zusammengefügt

Ab den 1990er-Jahren wird der Folklore-Look als Ethno-Mix bezeichnet und ist im Unterschied zur Trachtenmode ein kurzlebiger Modestil, bei dem nationale trachtige Elemente der ganzen Welt zu einem neuen, betont modischen Ganzen zusammengefügt werden.

Bereits im 18. und 19. Jahrhundert hat es von Zeit zu Zeit Einflüsse von Volkstrachten auf die Mode gegeben, die auch in den Begrifflichkeiten deutlich werden. Beispielsweise gab es in der Männermode zu Beginn des 19. Jahrhunderts Mäntel mit Posamenten-Verschluss, die als charakteristisch polnisch oder ungarisch galten, Hausmäntel wie Kaftans, Hauskappen in Art des Fes (Filzkappe mit Quaste, nach der marokkanischen Stadt Fes benannt), Kosaken und Russische Hosen sowie Suwarowstiefel. Und für die Frau war bereits um 1820 die Gipsyschute aus Stroh, ein sogenannter Haubenhut, und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Zuavenjacke, taillenkurz und von einem algerischen Berberstamm kommend, in Mode. (dabu)

  • Christlicher Revolutionär schuf Mao-Anzug [7]

    TitelbildIn den 1960er- und 70er-Jahren prägte der schlichte Anzug den Begriff von den "blauen Ameisen"

  • Plitsch-platsch [10]

    TitelbildKnallbunte Gummistiefel sind der Renner der Saison - Als praktische und wasserdichte Fußbekleidung werden sie bereits seit 1840 hergestellt

  • Historie der Unterwäsche

    Munkeln übers Liebesleben [3]

    TitelbildBis zum 19. Jahrhundert war Damenunterwäsche eine gegenstandslose Sache

  • Stück für Stück zum Glück

    TitelbildDas Bettelarmband hat wieder Saison - Sein Ursprung findet sich im magischen Amulett der Jungsteinzeit, das Schaden abhalten sollte

  • Vom "Lobaufetzerl" bis zum Oben-ohne-Trend [36]

    TitelbildBademode spiegelte in Wien auch immer die Gesellschaft wider

  • Schalen für die Brüste [4]

    TitelbildNeueste Forschungen über WikingerInnen belegen überraschend bunten, glitzernden und "gewagten" Kleidungsstil beider Geschlechter vor der Christianisierung

  • T-Shirt-Held Guevara [64]

    TitelbildAlberto Kordas Fotografie von Che Guevara mit Barett, Bart und sehnsüchtigem Blick eroberte die Welt – und vor allem auch die Märkte

  • Das Appetitröckl [7]

    TitelbildSittsam, schelmisch und verschwiegen: Die Röcke und Kleider als Dessous haben ihren Ursprung im Mittelalter

  • Betucht, aber unpolitisch [76]

    TitelbildLinke, Nazis, Krocha: Alle tragen ein Palästinensertuch - Mit politischem Statement hat das heute kaum mehr etwas zu tun

  • Gipsy-Stil

  • Ski heil! Oder so ähnlich [6]

    TitelbildVon der Knickerbocker über die Kristianiahose zur Baggy-Pant - Die Entwicklung der Skimode beginnt Ende des 19. Jahrhunderts

  • Männer in Röcken [6]

    TitelbildHeute gilt der Kilt, auch Schottenrock genannt, postmodern abgewandelt, wieder als en vogue - Seinen Ursprung hat er im 18. Jahrhundert

  • Hauptwärmer [4]

    TitelbildSeit der Bronzezeit ist die Kapuze als Wetterschutz bekannt - Als Gugel war sie modische Kopfbedeckung des Mannes im Mittelalter

  • Hosen, die krachen [31]

    TitelbildDie Trachtenhose aus Leder unterscheidet zwischen der Krachledernen und der Bundledernen - Erstere ist bereits für den Anfang des 18. Jahrhunderts belegt

  • Auf Stelzen gehen

    TitelbildOder unterm Pantoffel stehen - Patschen bieten nicht zwingend Komfort - Die Chopine beispielsweise, Stelzpantoffel des 14. Jahrhunderts, erreichten eine Stöckelhöhe von 50 Zentimetern

  • Die Brustverbesserer [57]

    TitelbildDie Geschichte des BHs führt in die Antike - Von der "Fascia pectoralis" zu Brustleibchen, "No-bra"-Bra, Wonderbra und Push-up

  • Mini- und Maximalismen [4]

    TitelbildDer "Total Look" von Mary Quant konnte sich genauso wenig durchsetzen wie die Maximode - Midi errang über Jahrzehnte einen dauerhaften Sieg

  • Ein Kleid für die Dirn' [58]

    TitelbildDas Dirndl als Teil der österreichisch-bayrischen Tracht ist um 1870 entstanden und ging in den 1930er-Jahren als modische Novität um die Welt

  • Einengungen und Befreiungen [8]

    TitelbildGehobene Brüste und Wespentaille - Schnürbrust, Schoßmieder, Justaucorps - Die Figurbetonung durch das Mieder beginnt bereits in der minoischen Kultur

  • Die Gemse am Kopf [20]

    TitelbildUnd Goiserer oder Haferl an den Füßen - Die zünftigen Trachten-Accessoires gehen auf die Zeit des Biedermeier zurück

  • Weg mit dem "Weiberspeck" [3]

    TitelbildModegeschichtliche Strategien des Verbergens mittels Hüftpolster und Hüftmieder - Die ersten Modelle kamen um 1600 auf

  • Accessoires zum Schwimmen [2]

    TitelbildBademantel und Schwimmschuhe kamen erst im 19. Jahrhundert auf, als das öffentliche Baden für die Oberschicht populär wurde

  • Muff und Schlurpfer [3]

    TitelbildDer "Handwärmer" wurde von beiden Geschlechtern getragen und erreichte seinen modischen Höhepunkt im 18. Jahrhundert

  • Knopf-Knebel-Brandenbourgs [1]

    TitelbildKnöpfe fanden bereits im Altertum als Verschlussart Verwendung und als "Bouton à queue" ab dem 17. Jahrhundert Verbreitung

  • Beinlinge [19]

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