Ex-Skistar Heidegger baut Schuhfirma um

9. Oktober 2007, 13:01
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Dem Tiroler Klaus Heidegger gelang der Sprung vom Slalom-Skifahrer zum US-Multimillionär. Seine Schuhgruppe Masai holt neue Investoren und wechselt den CEO aus

Wien – Der Tiroler Klaus Heidegger sorgt gerne für Überraschungen. Der Ski-Slalomsieger von Wengen und Kitz 1978 wanderte in die USA aus, wurde dort zum Unternehmer und Multimillionär. 2004 kaufte er die Mehrheit an der Schweizer Schuhfirma MBT (Masai Barfuß Technologie). Jetzt ordnet er das Unternehmen neu.

CEO Norbert Kraihamer hat die MBT mit Sitz in Roggwil Ende Juli verlassen, erfuhr der Standard. Kraihamer war erst vor einem Jahr von Red Bull an die Spitze der Gruppe gewechselt. Er galt bei Red Bull zuvor als Nummer zwei hinter Dietrich Mateschitz und kontrollierte hunderte Millionen Euro an Marketingbudget.

Rainer Hepberger, verantwortlich für Corporate Development bei MBT, bestätigt die Trennung. Sie sei aus familiären Gründen erfolgt. Firmenkenner sprechen von internen Konflikten. Die Credit Suisse fordere dem Vernehmen nach zudem bessere Renditen. Sie hat den Einstieg Heideggers in die MBT finanziert. Kraihamer hält über ein Beteiligungsmodell Anteile an der Gruppe. Er werde sie abgeben und für die Zeit in der Firma entschädigt, sagt Hepberger. Statt Kraihamer zieht Wolfgang Meusburger in die Chefetage ein. Der Vorarlberger war bis 2001 CEO von Tchibo in Deutschland.

Auch auf Eigentümerseite stellt sich der Schuhkonzern neu auf. Im Juli stieg ein Investor ein: Die Bostoner Private-Equity-Gruppe Berkshire Partners beteiligte sich zu 20 Prozent. Die restlichen 80 Prozent teilen sich Heidegger und Hermann Oberschneider, Besitzer einer Skischule in Kaprun.

Die Schuhe von MBT basieren auf einer Erfindung des Schweizers Karl Müller. Er ließ sich vom Stamm der Masai inspirieren und entwickelte ein Schuhwerk, das Bein- und Hüftmuskulatur stärken soll. Produziert wird in China, Vietnam und Südkorea. Jährlich werden rund eine Million Paar in 20 Ländern verkauft.

In Österreich sollen heuer 100.000 Paar über den Ladentisch gehen, rechnet Vertriebspartner Lowa vor. Der Vertrieb laufe über 384 Verkaufsstellen. Über Umsatz und Gewinn hält sich die Gruppe bedeckt.

"Für Händler sind die gehobenen Preise der Marke verlockend", sagt Karl Novak, österreichischer Schuhhandels-Obmann. Das Marketing von Masai sei "hervorragend".

Heidegger lebt mittlerweile in Kalifornien. Er baute aus einer Apotheke den Naturkosmetik-Konzern Kiehl’s auf. Im Jahr 2000 verkaufte er ihn um kolportierte 100 Mio. Dollar an L’Oreal. Neben Masai investierte er in ein Pferdesportmagazin, einen Energy-Drink und seine Ranch in Malibu. (Verena Kainrath, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 23.08.2007)

  • Klaus Heidegger kaufte 2004 den Schweizer Schuhspezialisten Masai. Statt Ex-Red-Bull-Mann Norbert Kraihamer gibt dort nun Ex-Tchibo-Chef Wolfgang Meusburger den Schritt vor.
    foto: standard/mbt

    Klaus Heidegger kaufte 2004 den Schweizer Schuhspezialisten Masai. Statt Ex-Red-Bull-Mann Norbert Kraihamer gibt dort nun Ex-Tchibo-Chef Wolfgang Meusburger den Schritt vor.

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