Preiskampf drückt Telekom-Ergebnis

11. September 2007, 12:16
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TA-Vorstände beschweren sich über Regulator - Mobilkom verdient im Ausland sehr gut

Die Preisschlacht am Handymarkt, der Rückgang der Sprachtelefonie im Festnetz und die Senkung der EU-Roamingtarife haben der teilstaatlichen Telekom Austria im ersten Halbjahr einen Dämpfer versetzt. Das Betriebsergebnis ging gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,6 Prozent auf 407 Mio. Euro und das operative Ergebnis (Ebitda) von 981,8 auf 939,6 Mio. Euro zurück.

"Die Regulierung ist ein Wahnsinn"

Immerhin bei den Erlösen konnte der Ex-Monopolist ein Plus auf 2,35 Mrd. Euro verbuchen, wenngleich der Festnetz-Umsatz trotz Etel-Übernahme um 0,9 Prozent auf 1,05 Mrd. Euro zurückging. Die Schuldigen am Einbruch haben TA-Generaldirektor Boris Nemsic und das für Festnetz- und Internetgeschäft zuständige Vorstandsmitglied Rudolf Fischer ausgemacht: den Regulator und "den Mitbewerb, der sein Weihnachtsgeschäft bis ins Frühjahr verlängert". "Die Regulierung ist ein Wahnsinn", polterte Nemsic, "die Telekom-Control-Kommission tut, als hätte es die Telering-Übernahme durch T-Mobile nie gegeben."

Wahnsinn

Fischer alterierte sich über "das Sponsoring des Mobilfunks", zu dem das Festnetz über die Telefonmaut verdonnert werde. 90 Mio. Euro habe �dieser Wahnsinn� heuer gekostet, weil die TA überproportional höhere Terminierungsentgelte zahlen müsse als andere Betreiber. Wiewohl sich der Breitbandmarkt mit 724.000 Anschlüssen laut Fischer gut entwickelte, könne er den Schrumpfungsprozess in der Sprachtelefonie nicht wettmachen. �Hervorragend entwickelt�, sieht Nemsic die Mobilkom-Gruppe, insgesamt habe man 10,8 Mio. Kunden. Vip, das Handynetz in Serbien, sei im Aufbau, detto in Mazedonien. Wettbewerb spüre man auch bei der Mobiltel in Bulgarien, sie weist aber Umsatz- und Ergebniszuwächse jenseits der zehn Prozent auf.

Im Gegensatz zu seinen Kollegen präsentierte Neo-Finanzvorstand Hans Tschuden die ernüchternden Zahlen betont nüchtern. Das um 4,3 Prozent auf 940 Mio. Euro eingebrochene operative Ergebnis (Ebitda) ließ die Ebitda-Marge heuer um 1,5 Prozent schrumpfen. (ung)

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