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Man wird nie wissen, ob Deutschland am Ende nicht doch wieder nachgegeben und die geforderte Million Dollar hingelegt hätte, um die Freiheit der Frau zu erkaufen. Aber in den Berliner Führungsgremien ist angesichts der vielen Entführungen im Irak und in Afghanistan die Einsicht gewachsen, dass die Lösegeldmillionen, die seit 2004 für die Archäologin Susanne Osthoff und andere Geiseln ausgegeben wurden, großen Schaden angerichtet haben.
Wenn westliche Regierungen im Irak oder Afghanistan Lösegeld bezahlen, finanzieren sie den Terror, untergraben die Autorität des Staates und erhöhen das Entführungsrisiko weiterer Bürger. Das wiederum beschleunigt den Exodus ausländischer Experten und Helfer und schadet dem ohnehin schon so fragilen Wiederaufbau in beiden Ländern – ein fataler Kreislauf.
Aus Sicht europäischer Politiker in Berlin, Paris oder Rom sah die Sache jedoch bisher anders aus: Ein Entführungsfall in einem Kriegsgebiet kreiert laute Schlagzeilen und ein durch die Medien angeheiztes öffentliches Mitgefühl mit dem Opfer. Nach einer Freilassung wird groß gefeiert und wenig hinterfragt.
Wer sich in dieser Konstellation Verhandlungen verweigert und grundsätzlich – wie etwa die Briten – kein Lösegeld bezahlt, läuft Gefahr, als kalt und herzlos dazustehen. Da fallen ein paar Millionen an Steuergeldern kaum ins Gewicht.
Auch politisch wird den Entführern immer wieder entgegengekommen – wie etwa von Romano Prodi, der für das Leben einer italienischen Journalistin die Regierung in Kabul zur Freilassung mehrerer Taliban-Führer drängte.
Absurderweise gilt diese Logik nur im Ausland: Keine Verbrecherbande würde damit rechnen, dass ihr die Regierung für die Entführung x-beliebiger Bürger im Inland Lösegeld bezahlt. Und als sich vor genau 30 Jahren der deutsche Kanzler Helmut Schmidt weigerte, den RAF-Terroristen nachzugeben, um das Leben von Hanns-Martin Schleyer zu retten, heimste er für diese Entscheidung relativ wenig Kritik ein. Doch wenn ein Bürger im Ausland in Lebensgefahr gerät, erwarten alle, dass der konsularische Schutz auch Millionen kosten darf.
Dabei sind die meisten Geiseln im Irak und Afghanistan im vollen Wissen des Risikos, dem sie sich aussetzen, in diese Lage geraten. Es sind meist Journalisten, Helfer, oder Menschen, die des Geldes wegen in Gefahrenzonen gehen - so etwa der vor neun Monaten im Südirak verschleppte Österreicher Bert Nussbaumer. Sie haben jedes Recht, dies zu tun - aber ihre Regierungen sind nicht verpflichtet, ihnen dann zu helfen.
Die Lösegeldfrage ist international viel zu wichtig geworden, um sie einzelnen Regierungen zu überlassen, die im Anlassfall unter dem Druck von Angehörigen, Medien und Öffentlichkeit stehen. Es wäre daher notwendig, dass sich die betroffenen Staaten zusammenschließen und in einem Pakt gegenseitig verpflichten, bei internationalen Entführungen kein Lösegeld zu bezahlen – oder mit den Tätern erst gar nicht zu verhandeln.
Das könnte unter einem Schirm wie der Nato geschehen oder innerhalb einer informellen Staatengruppe. Im Fall einer Entführung könnte eine Regierung dann auf ihre internationalen Verpflichtungen verweisen, wenn sie zum Handeln aufgefordert wird.
Nicht alle Entführungen lassen sich damit verhindern, und manche Geiseln wären zunächst in erhöhter Gefahr. Aber sobald es sich herumspricht, dass westliche Staaten doch nicht so leicht erpressbar sind, würden ihre Bürger an Attraktivität als Entführungsopfer verlieren. Und das könnte längerfristig Menschenleben retten. (Eric Frey/DER STANDARD, Printausgabe, 21.8.2007)
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Was die Angehörigen tun würden, ist nicht schwer zu erraten. Aber wie tragisch die Situation auch ist, ein Staat darf nicht kopflos seine Grundsätze und Verantwortung über Bord werfen und alle Bedingungen erfüllen. Vergessen Sie nicht, dass sonst andere Menschen mit ihrer Sicherheit und ihrem Leben dafür bezahlen.
sie sollten sich fragen was ihr Kind oder ihre Frau in einem Kriegsgebiet zu suchen hat.
Es ist eine Unverschämtheit wenn der Steuerzahler für diese Menschen aufkommen soll. Wer sich freiwillig in Gefahr begibt sollte sich dessen klar sein, daß er oder sie darin umkommen kann.
Dachte mir schon, dass ich kaltblütig bin! Weil ich so denke!
Vor allem was die Finanzierung von Terrororganisationen durch Erpressungen und damit einhergehenden Lösegeldzahlungen angeht!
Vor allem die Ostenhof! Da habe ich Tränen gelacht! Zuerst wurde sie heldenhaft gerettet!
Eine Woche später fährt sie wieder runter!
HHHHhhhhhhhaaaaaaaaaaaaaaa!!!!!!!!!!!
Da hat der eine oder andere seine Meinung auch geändert!
Hier im Forum galt es natürlich auch als ausgemacht, dass sie BND-Mitarbeiterin gewesen sein müsse, unter anderem, weil sie aus der Nähe von Pullach stammte. Das war auch eine saubere Beweisführung. Also darf ich mich auch irgendwie als Teil-BNDler betrachten?
Kann mich vorhergehendem Posting nicht ganz anschließen, Mitglieder von Hilfsorganisationen im Notfall ein kühles : Selber schuld , sitz zu Hause und tu nichts, dann kannst du auch nicht in Gefahr geraten entführt zu werden? ins Gesicht zu knallen, kann genausowenig die Lösung sein, wie im Entführungsfall sofort die Brieftasche zu zücken und somit Entführungen zu einem hochprofitablen Geschäft zu machen.
Ich denke daß schon ein Unterschied besteht ob es sich um einen Herrn Nußbaumer handelt, der Mitglied einer privaten Söldnertruppe war und auch ein entsprechendes Gehalt als einkalk. Risiko erhält oder ob es ein Mitglied einer Hilfsorg.ist.
Ich stimmt grundsätzlich zu - wenn ein Söldner gefangen genommen wird, hab ich kein Mitleid. Die werden ausgebildet und kämpfen eben NICHT im Schutze einer Armee, die immer noch mehr für ihre Soldaten tut als jede private Sicherheitsfirma, sondern des Geldes wegen.
Für solche Leute soll nicht einmal verhandelt werden. Da soll nicht einmal ein Krisenstab eröffnet werden. Es sieht eh so aus, als würde für ihn nicht viel getan.
Aber: Wird bei Hilfsorganisationen plötzlich Lösegeld gezahlt, bei anderen aber NICHT, dann werden halt immer mehr Leute von diesen Organisationen entführt - auch nicht in deren Interesse.
Deshalb: Wer nach Afghanistan geht, muss sich des Risikos bewusst sein - und es auf seine Kappe nehmen. Punkt. Aus.
Das ist zwar logisch gedacht und argumentiert, aber ich kann trotzdem nicht uneingeschränkt zustimmen. Zunächst einmal: Leute, die des Geldes wegen einen Job in einem Risikogebiet annehmen sind nicht unbedingt gleichzusetzen mit Journalisten und schon gar nicht mit freiwilligen Helfern, die aus rein altruistischen Motiven dorthin gehen. Und ich weiß nicht, was ich über eine Regierung denken würde, die Härte demonstriert und nicht zahlt, wenn der/die Entführte ein/e Angehörige/r von mir wäre...
Alles in allem: ein Problem, das nicht mit einfachen Rezepten zu lösen ist, auch nicht mit jenen von Eric Frey.
denn mitarbeiter einer privaten "sicherheitsfirma" sind eben solche verhinderte rambos die das leben der anderen und ihr eigenes nicht so wertschätzen. aber bei deinem stammbaum wundert mich deine meinung nicht.
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