"Gisela": Maulhelden wanken - Montag auf ARD

26. September 2007, 15:01
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Alkohol und andere Substanzen gehören zu Georg und Paul - Und Frauen. Mit denen hat man Spaß beim schnellen Sex

Zwei Männer, dem Teenageralter objektiv schon entwachsen, aber subjektiv noch tief verbunden, haben ihre eigene Vorstellung von einer geglückten Existenz. Alkohol und andere berauschende Substanzen gehören dazu. Und Frauen. Mit denen hat man Spaß beim schnellen Sex. Und gleich noch einmal, wenn man sich anschließend unter Freunden ordentlich das Maul über sie zerreißt.

Georg und Paul heißen diese beiden Helden. Aber der Film heißt "Gisela", und das ist ein Indiz dafür, dass die Kräfteverhältnisse nicht unbedingt so gelagert sind, wie die beiden Möchtegernmacker aus dem Sozialbau dies so gern vermitteln. Gisela arbeitet dort in der Siedlung an der Kassa im Supermarkt, sie hat Mann und Kind. Eigentlich, so befinden Georg und Paul, sei sie ja hässlich. Aber dann lässt sich Paul auf ein Verführungsspiel ein, bei dem Gisela mindestens genauso die Fäden zieht. Und Georg bekommt es bald mit der Angst zu tun.

"Gisela", 2006 siegreich aus dem Wettbewerb um den Linzer Crossing Europe Award hervorgegangen, basiert auf dem gleichnamigen Roman von Anke Stelling und Robby Danneberg. Die Berliner Regisseurin Isabelle Stever hat das Buch gemeinsam mit Stelling fürs Kino adaptiert. Dass diese Zusammenarbeit auch fürs Publikum nur zum Besten war, belegen unter anderem Timing und Treffsicherheit der Dialoge. Außerdem geben Anne Weinknecht, Carlo Ljubek und Stefan Rudolf den Figuren auch wortlos Gestalt und Profil. Am Montag wird "Gisela" um 22.45 Uhr von der ARD ausgestrahlt. (irr/DER STANDARD; Printausgabe, 20.8.2007)

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    foto: ard
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