Windows Vista: Frustration zum Abschied

7. Jänner 2008, 14:23
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Chefredakteur des PC Magazine geht und denkt laut über Linux-Umstieg nach - Microsoft bekomme endlose Probleme einfach nicht in den Griff

Die zu Ziff Davis gehörige Computerzeitschrift PC Magazine bekommt einen neuen Chefredakteur: Jim Louderback, der die Führung in den letzten zwei Jahren über hatte, nimmt seinen Hut, um sich neuen Abenteuern zuzuwenden. So weit nichts groß ungewöhnliches, für einiges Aufsehen sorgt allerdings seine Abschiedskolumne in der einflussreichen IT-Zeitschrift.

Vista

In dieser übt er nämlich heftige Kritik an Microsofts aktueller Windows-Version Vista. Er selbst sei einer der stärksten Verfechter von Vista gewesen, bekennt Louderback. Aber neun Monate nach dem Launch und nachdem er das Betriebssystem auf den meisten seiner Rechner installiert und stundenlang optimiert hat, beschreibt er sein aktuelles Verhältnis zu dem OS mit einem wenig freundlichen Wort: Frustration.

Probleme

Noch immer gebe es eine schier endlose Liste von Dingen die mit der neuen Windows-Version schlicht nicht funktionieren. So verspreche Vista mit seinem neuen Schlafmodus Stromeinsparungen bei einer äußerst kurzen Aufwachzeit. In Wirklichkeit weigere sich eines seiner System, trotz endlosem Herumprobieren mit unterschiedlichsten Treibern, noch immer aus dem Schlafmodus wieder aufzuwachen, ein Kaltstart sei hier die letzte Abhilfe. Ein anderer Laptop gehe seit einem aktuellen Vista-Update gleich gar nicht mehr in den Schlafmodus.

Zufälle

Auch von den neuen Netzwerkfähigkeiten von Vista zeigt sich Louderback wenig angetan: So sei die Bedienung einerseits umständlicher geworden, andererseits seien gerade die Sharing-Funktionen äußerst unzuverlässig. Manche seiner Rechner können manche andere im Netzwerk sehen, aber eben nicht alle. Ein fixes Muster dafür lasse sich nicht feststellen.

Warten

Ein weiterer Frustrationspunkt: Seine Wireless-Verbindung brauche nach einem Aufwachen aus dem Schlafmodus bis zu 30 Sekunden um wieder hergestellt zu sein - unter Windows XP sei diese praktisch umgehend wieder aktiv gewesen. Und all dies sei nur die Spitze des Eisbergs, er könnte noch wesentlich mehr über Dinge wie andauernde nicht-reproduzierbare Systemfehler oder das Fehlen von benötigten Treibern berichten, so Louderback.

Nicht zufriedenstellend

Anstatt sich in solchen Details zu verlieren, fasst er lieber zusammen: Auch neun Monate nach der Veröffentlichung funktioniere Vista einfach noch immer nicht wirklich zufriedenstellend. Dabei übt er durchaus auch Selbstkritik, er habe zu sehr darauf vertraut, dass Microsoft die anfänglichen Probleme schon in den Griff bekommen werde. Eine Erwartung, die gehörig enttäuscht wurde.

Umstieg

Die anhaltenden Probleme hält Louderback für so ernsthaft, dass er gar über etwas nachdenkt, das er nach eigenem Bekunden bisher für undenkbar gehalten habe: Sollte Microsoft die Vista-Schwierigkeiten nicht in den Griff bekommen, könnte er sich einen Umstieg auf Linux vorstellen. (red)

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    Windows Vista löst bei so manchen BenutzerInnen Frustrationen aus

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