Simpsons-Film: 0-Day-Veröffentlichung stammte aus Australien

11. Jänner 2008, 18:07
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21-Jähriger hatte Film mit Handykamera abgefilmt und noch vor dem US-Start in Umlauf gebracht - Trotzdem Rekordumsätze erzielt

Den steten Drohungen der Filmindustrie zum Trotz: Kaum kommt ein neuer Film in die Kinos, kursiert er meist recht bald in mehr oder weniger brauchbarer Qualität in diversen Tauschnetzen. Ein Umstand der in den letzten Jahren weitgehend unverändert geblieben ist.

Abfilmen

Bei manchen Filmen geht das dann aber schneller als bei anderen, logischerweise spielt hier die Popularität eine entscheidende Rolle. So wundert es nicht, dass gerade der Simpsons-Film bereits direkt am Launch-Termin seine Runden durch das Netz machte. Nun brüstet sich die Australische Föderation gegen Urheberrechtsverletzungen (AFACT) damit den Urheber dieser Kopie ausfindig gemacht zu haben und vor Gericht zerren zu können.

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Ein 21-jähriger Australier soll den Film mit seiner Handykamera abgefilmt haben und umgehend ins Netz gestellt haben. Eine Geschwindigkeit, die dazu führte, dass der US-Launchtermin durch die Zeitverschiebung noch unterboten wurde. Laut der AFACT sei die Kopie alleine innerhalb der ersten 72 Stunden 110.000 mal heruntergeladen worden, man vermutet auch, dass sie umgehend als Raubkopie-DVD verbreitet wurde. Auch seien flott Versionen mit anderen Tonspuren erzeugt worden.

Erfolgreich

Dass man nun ausgerechnet den Simpsons-Film als Paradebeispiel für den durch Online-Kopien entstehenden Schaden her nimmt und an diesem ein Exempel statuieren will, entbehrt aber nicht einer gewissen argumentatorischen Problematik. Immerhin hatte der Film bereits am Startwochenende die - hohen - Erwartungen übertroffen und weit mehr als prognostiziert eingenommen. Auch die folgenden Wochen sollte der Film in den Toppositionen der Charts verharren - dies obwohl bereits eine Woche nach dem Kinostart ein DVD Screener in hervorragender Qualität auftauchte.

Abgleich

Dem jungen Australier winkt nun jedenfalls bereits Anfang Oktober ein Gerichtsverfahren. Über die Art wie man auf die Spur des Urhebers der Kopie gekommen ist, schweigt sich die AFACT aus. Da man aber angibt die Seite identifiziert zu haben, auf der die Kopie erstmals aufgetaucht ist, könnte es sich auch um einen simplem IP-Adressen-Check gehandelt haben. (red)

  • Abgefilmte Kopien von Spielfilmen haben meist Probleme mit dem Kontrast oft auch mit den Seitenverhältnissen
    screenshot: redaktion

    Abgefilmte Kopien von Spielfilmen haben meist Probleme mit dem Kontrast oft auch mit den Seitenverhältnissen

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