Muffige Hotels - Bitte umbauen!

Redaktion, 15. August 2007 16:00
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    Foto: standard/ newald

    Arch. Christine Diethör, Innenraum-Expertin

Urlaub ist zum Erholen da. Doch in altbackenen Hotels von vorgestern ist das leichter gesagt als getan - Von Christine Diethör

Juli und August, das bedeutet Hauptreisezeit. Viele zieht es zu heimischen Urlaubsdestinationen. Doch leider sind die Vorstellungen vom Feriendomizil oft traumhafter als die Realität. So schön die Natur ist, so sehr lässt die bauliche Infrastruktur zu wünschen übrig. Sucht man im Internet das geeignete Hotel, so gibt es Angebote en masse. Jene Häuser jedoch, die dem heutigen Standard entsprechen, sind dünn gesät.

Der Charme einer abgewohnten Wohnung

Doch den Angaben ist nicht immer zu trauen: Ein neu renoviertes Hotel aus den Siebzigerjahren in Velden am Wörthersee wird mit vier Sternen plus angepriesen. Und die Realität? SPA und Strandveranda sind erstklassig, das À-la-carte-Restaurant ist auch sehr nett, doch der Rest ... Am liebsten würde man gleich wieder umdrehen. Die in die Jahre gekommene Einrichtung der Zimmer hat den Charme einer abgewohnten Kategorie-C-Wohnung mit ein bisschen Kaiserin Sisi und einem Schuss rustikalem Alpentouch. Hinzu kommen muffige Teppiche, alte Vorhänge und stickige Gänge - fertig ist der Cocktail für geschockte Touristen, die für dieses Ambiente wohlfeile 149 Euro pro Person zahlen sollen.

Ein Vermögen für simple Anforderungen

Das Angebot an Bettenburgen, die aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammen, ist riesengroß. Doch kaum eine dieser Hotelanlagen wird in einer zeitgemäßen Architektursprache revitalisiert. Welcher Tourist hat denn ernsthaft Lust, seinen wohlverdienten Urlaub in einem Haus mit Musikantenstadl-Image aus längst vergangenen Tagen zu verbringen? Ganz im Gegenteil: Man möchte zeitgemäßen Komfort, ein frisches Ambiente von heute, moderne Freizeiteinrichtungen und einen erstklassigen Service. Es ist verwunderlich, wie wenige Hotels diesen simplen Anforderungen gerecht werden. Hat man erst einmal eines gefunden, muss man nicht selten ein Vermögen hinblättern.

Horrorzimmer

Der Wörthersee beklagt einen Rückgang der Nächtigungen von einstmals einer Million auf läppische 500.000 im letzten Jahr. Angesichts der baulichen und stilistischen Zustände ist das kein Wunder. Wörthersee hin oder her, Beispiele gibt es auch in anderen Bundesländern zuhauf. Es wird Zeit, dass in die Touristikbranche eine Qualität abseits von Lederhose und Jodelgaudi einzieht. Was bringt die Erholung in frischer Natur, wenn man im Horrorzimmer wieder seiner Kräfte beraubt wird? Vielleicht steigen dann auch die Nächtigungen. (Christine Diethör/ DER STANDARD Printausgabe 11/12.8.2007)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 27
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Christoph Steiner2
16.08.2007 17:10
Liebe Frau Diethör!

1. Der Rückgang der Nächtigungen am Wörthersee ist definitiv NICHT auf architektonische Mängel zurückzuführen! Es ist im Verhältnis einfach zu teuer, das Wetter zu unsicher.
2. Das Gros der Touristen reist immer noch, um Kultur, Menschen, Natur usw. kennenzulernen und nicht um in einem Zimmer zu leben.
3. "zeitgemäßen Komfort, ein frisches Ambiente von heute, moderne Freizeiteinrichtungen und einen erstklassigen Service" - kombiniert mit einem günstigen Preis. Ich glaube nicht, dass es rationale Menschen gibt, die dies für möglich halten.
4. "zeitgemäßen Komfort, ein frisches Ambiente von heute, moderne Freizeiteinrichtungen und einen erstklassigen Service ... diesen simplen Anforderungen". Werden Sie Hotelier und zeigen: SIMPEL!

daydreamer07
16.08.2007 14:02
neu renoviert???

schwacher artikel, noch dazu mit einem komischen ausdruck wie neu renoviert, gibt es auch alt renoviert? zum nächtigungsrückgang sei zu bemerken, daß dieser nicht allein auf die antike ausstattung einiger betriebe zurückzuführen ist, sondern auch auf dem umstand, daß durch die billigflüge neue destinationen und urlaubsmöglichkeiten entstanden sind, die es vorher noch nicht gab...auch geht der trend hier am see zum eigenen appartement als haupt,- oder zweitwohnsitz, wodurch auch keine nächtigungen für die statistik aufscheinen....insgesamt ist der see am richtigen weg, die guten qualitätsbetriebe werden ordentlich verdienen, die schwachen werden wegsterben...da ist die marktwirtschaft...

Helicopterman
16.08.2007 13:24
Ein wesentlicher Fortschritt (auch bei neuen Hotels) wäre es

wenn diese Plüschteppichphilosophie endlich von Holz-, Laminat- oder Fliesenböden abgelöst wurde. Teppichböden in Hotelzimmern sind unhygienisch, wirken nach relativ kurzer Zeit abgewohnt und sind ausserdem für die ständig steigende Zahl von Hausstaubmilbenallergikern ein Albtraum!

NiccoloMachiavelli
 
16.08.2007 14:04
stimmt

ist auch neutraler als ein bunter Teppich ....

Michaela Horvath
16.08.2007 12:12
Horrorzimmer

Also wenn die Gute mal wirkliche Horrorzimmer sehen möchte, sollte Sie nach Indien fliegen!

bennyb
16.08.2007 15:37
die sind aber wirklich Überlebenskünstler/innen u. kriegen nicht alles hinten reingeschoben wie unsere "Hoteliers"!

Gerhard Hudecek
16.08.2007 10:19
Zustimmung

Es liegt mir Fern für ein Hotel zu werden, trotzdem ein Link zu einem Hotel, dass tatsächlich ein gutes Preis/Leistungsverhältnis bietet - von unterkühlter Designer-Ausstattung keine Spur - selbst "geprüft".

http://www.falkensteiner.com/de/hotels... ohnen.html

sydonne
20.08.2007 14:49
...Danke für den Link ...

bouche dorée
16.08.2007 10:03
90er jahre bauernbarock

der großteil österr. hotels ist in diesem beleidigendem bauernbarock eingerichtet, klobiges helles vollholz, blumerl, wohin das auge blickt, halogenspots in der decke, messing boaaarrrr. und im winter bevölkert von tussis in moncler-mänteln...
warum gibts so gut wie KEINE hotels/lokale am land, die nicht im lugner-khg-barock eingerichtet sind? klar, dass die bachene coolness eines 15 jahre alten wallpaper vom hanner dann die herzen höher schlagen lässt.

Dr. Bonnie Barstow
16.08.2007 09:38
ich steh manchmal auf retro charme

diese unterkühlten designer hotels gibts zur genüge

Mr. Mo
16.08.2007 09:38
Bestätigung

Ich habe vor ein, zwei Jahren einmal in Pörtschach übernachtet - das Zimmer war unverschämt teuer und unter jeder Kritik

A.F.L.
16.08.2007 12:48
Noch eine Bestätigung ...

Ich kann dem Artikel nur ganz und gar zustimmen! Ich hatte in den letzten 3 Jahren wiederholt beruflich in Kärnten (Wörterseeregion) zu tun und war - ohne Ausnahme - mit den Hotels höchst unzufrieden. Selbst das "Erste Haus" in Pörtschach war nur beim Preis top. Durchwegs habe ich die Kärnter Hotels schäbig und überteuert erlebt. Ein Lichtblick: Abseits der Seen sind die Hotels zwar auch schäbig, aber wenigstens etwas billiger.

Florian Valla
23.08.2007 11:50
hotel in kärnten

der sandwirt in klagenfurt ist echt ok, zwar nicht am see aber ein gutes stadthotel

T G2
16.08.2007 08:46
frust woanders abbauen.....

soll die gute frau architektin....

Oli Garch
16.08.2007 07:46
zustimmung

ich kenne viele hotels (beruflich und privat) dieser welt und muß sagen dass jene in österreich mit abstand die schlechtesten dafür aber die teuersten (im vergleich zum angebot) sind. ich kann den besitzern nur eine rundreise durch südostasien oder die usa empfehlen um sich über perfekten komfort, zeitgemässe ausstattung und service zu informieren.

NiccoloMachiavelli
 
16.08.2007 11:39

in Oesterreich ist der treibende Kostenfaktor mE der Preis pro Person und nicht pro Zimmer wie internationale eigentlich üblich ...

gino 1
16.08.2007 11:04
naja

ich koennt da jetzt eine Liste an ordentl. oest. Hotels hereinstellen. Heiligenblut, Radstadt, Defreggental, .....

01052004
15.08.2007 22:13
was soll der artikel???

sucht die frau neue arbeit??? was hat sie bisher "modernisiert"??? oder ist sie selbst auf ein internetangeot reingefallen (tja, guter rat: wenn keine bilder vom zimmer im netz sind: mit dem schlimmsten rechnen)...
und wer am wörthersee "erholung" sucht, ist soundso fehl am platz: abzocke pur...

Yes Itsme
15.08.2007 20:00

Tja Frau Diethör, sie werden es vermutlich nicht glauben - es gibt tatsächlich Personen, die einen anderen Geschmack als Sie (und ich) haben. Denen gefallen die Hotels mit "Musikantenstadel"-Image und die wollen wirklich keine modern gestaltetes Hotel, das meist sehr kühl wirkt.

Nussbaum
16.08.2007 09:10
zwischen modern

und alt und abgewohnt gibt es ja noch andere möglichkeiten, oder? ein renoviertes zimmer mit neuem bad bedeutet ja nicht gleich kühl. aber agwohnte dunkle holzmöbel, fleckige teppiche und 20 jahre alte braun/beige bäder locken wirklich niemanden mehr.

Vseckojedno von Jednosek
15.08.2007 18:57
Expertin?

Wann hat diese sogenannte "Innenraum-Expertin" zuletzt Urlaub in Ö gemacht? 1977?
Ich sage nicht, dass es nicht da und dort noch solche Hotels, wie das beschriebene geben mag. Meine Wahrnehmung ist aber, dass die meisten Hotels der von ihr kritisierten Viersternekategorie durchaus angemessen hinsichtlich Preis/Leistung sind und auch die Einrichtung und das gesamte Ambiente den heutigen Standards entsprechen. Also liebe Frau Expertin: Machens öfter Urlaub in Ö, bevors von einem Einzelfall auf das Ganze schließen!

gino 1
16.08.2007 11:06
speziell

die Preis/Leistungsrelation ist in Aut guenstig

Lethawae
16.08.2007 12:01

Du hast aus Versehen vergessen zu erwähnen, wie es verglichen mit Italien ist.
Das fehlt doch sonst in keinem Posting.

gino 1
16.08.2007 12:46
da ganz

besonders, aber auch Fr. D, Skandinavien sowieso

Hefeweizen
15.08.2007 20:52
4-Sterne keine Garantie

4 Sterne sind, nicht nur in Österreich, keine Garantie für ein entsprechendes Ambiente. Habe auch schon oft genug total abgewohnte Unterkünfte in dieser Kategorie erlebt. Ganz besonders in renomierten/bekannten Urlaubsregionen. Dort glaub man viellfach die schöne Landschaft reicht aus, um einen hohen Preis zu verlangen. Lieber mal in unbekanntere Gegenden reisen, hier strengt man sich mehr an ...

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