Vier Prozent der Sextäter rückfällig

25. Jänner 2008, 15:01
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Wer einmal wegen eines Sexualdeliktes eingesperrt war, hat ein durchschnittliches Risiko von 50 bis 60 Prozent, ein weiteres Mal verurteilt zu werden - Mit Grafik

Wer einmal wegen eines Sexualdeliktes eingesperrt war, hat ein durchschnittliches Risiko von 50 bis 60 Prozent, ein weiteres Mal verurteilt zu werden. Was aber nicht unbedingt bedeutet, dass ein Vergewaltiger neuerlich über eine Frau herfällt, wie Reinhard Eher von der „Zentralen Dokumentations- und Koordinationsstelle für Sexualstraftäter“ betont. "Die Rückfallquote bezieht sich auf alle Delikte, also auch auf Diebstahl oder Körperverletzung. Die einschlägige Rückfallquote liegt bedeutend niedriger."

Im aktuellen Drei-Jahres-Rückblick haben in Österreich nur 1,5 Prozent der Vergewaltiger dieses Delikt neuerlich begangen. Bei allen Sexualdelikten zusammen liegt die einschlägige Rückfallquote bei vier Prozent, rechnet Eher vor. Aus internationalen Erfahrungen weiß man, dass die einschlägige Rückfallquote nach zehn bis 15 Jahren bei rund 15 Prozent liegt.

"Durch ausreichende Behandlung der persönlichen und sexuellen Störung des Delinquenten kann das generelle Rückfallrisiko aber teilweise halbiert werden", betont der Fachmann. Ein Problem sieht er aber beim außerfamiliären Kindesmissbrauch – hier wurden in den vergangenen drei Jahren zwölf Prozent der Täter rückfällig. Klar müsse sein, dass es auch Menschen gibt, die nach derzeitigem Wissensstand nicht behandelbar sind. (Michael Möseneder/DER STANDARD; Printausgabe 14./15.8.2007)

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