Aufsichtsrat stellt Ötsch Rute ins Fenster

20. September 2007, 14:34
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Der AUA-Vorstand wird ab heute nicht nur Marketing-Vorstand Josef Burger verlieren, sondern auch an Ansehen, Burger geht mit Ende September 2007

Wien – Der AUA-Vorstand wird ab heute nicht nur Josef Burger verlieren, sondern auch an Ansehen. Wie am Donnerstag aus Eigentümerkreisen verlautete, soll der Aufsichtsrat bei seiner heutigen Sitzung einen Auftrag zur Erstellung eines Strategieberichts über die AUA-Organisation beschließen. Das komme einer zusätzlichen Kontrolle für Konzernchef Alfred Ötsch gleich, der durch die Querelen innerhalb des Vorstands sowie zwischen Generaldirektor und Betriebsrat in die Kritik geraten ist, hieß es.

Vom Ergebnis des Berichts soll auch abhängig gemacht werden, ob Burger nachbesetzt wird. Dass Josef Burger ausscheidet - und zwar per Ende September 2007 - ist mittlerweile offiziell. Vorstandschef Ötsch übernimmt Burgers Agenden interimistisch, wie auf der heutigen Pressekonferenz mitgeteilt wurde.

Verärgerte Aktionäre

Insider bewerten diese Vorgangsweise als ziemliche Schlappe für den AUA-Chef. Die Ablöse des Marketing-Vorstands aus gesundheitlichen Gründen wird aber zur Kenntnis akzeptiert. Die Turbulenzen der Fluglinie haben am Donnerstag neuerlich den Aktienkurs des Unternehmens erfasst. Der Wert gab um über vier Prozent nach und lag damit wieder unter dem Kurs der Kapitalerhöhung des Vorjahres von 8,12 Euro. Zwischenzeitlich war die Aktie auf 12,53 Euro gestiegen. Die Aktionäre sind – wie berichtet – über die internen Vorgänge im teilstaatlichen Konzern ziemlich verärgert. Kleinaktionärsvertreter Wilhelm Rasinger hatte gar gemeint, dass Ötsch die Konsequenzen ziehen müsse, sollten sich die Gerüchte über Bespitzelungen bei der AUA bestätigen.

Zusätzlicher Gegenwind für das Unternehmen bedeuten die saftigen Gehaltsforderungen der Belegschaft sowie der Wunsch nach Aufstockung der Flugbegleiter. Das würde den Sanierungskurs des Konzern gefährden, heißt es aus der AUA. Das Unternehmen hat zwar den Verlust im ersten Halbjahr deutlich reduziert, Analysten verweisen aber darauf, dass dies vor allem die Folge gesunkener Treibstoffpreise gewesen sei, die zuletzt wieder anzogen. (as, DER STANDARD, Print-Ausgabe/red, 10.8.2007)

  • Ein Bild aus besseren Tagen. Marketing-Vorstand Josef Burger und Alfred Ötsch.

    Ein Bild aus besseren Tagen. Marketing-Vorstand Josef Burger und Alfred Ötsch.

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