Auch Reichsbrücke brach am 1. August

Redaktion
5. August 2007, 19:10

Heute werden Brücken alle sechs Jahre genau geprüft, alle 30 Jahre generalsaniert

Wien – Das Unglück in Minnesota weckt in Österreich Erinnerungen an den Einsturz der Wiener Reichsbrücke: Vor 31 Jahren, ebenfalls an einem 1. August, krachte die Brücke über die Donau zusammen und riss einen Pkw und einen Bus der Wiener Linien in die Tiefe. Der Pkw-Lenker starb.

Lediglich dem Umstand, dass an diesem Sonntag im Jahr 1976 nur wenige Menschen so früh unterwegs waren, war es zu verdanken, dass nicht mehr Opfer zu beklagen waren. Der Busfahrer überstand den Vorfall unverletzt, weil sein Gelenkbus nicht in der Donau versank, sondern auf der Brückenruine stehen blieb. Der Fahrer war danach wieder ganz normal als Buslenker tätig. 1985 ging er in Pension, sieben Jahre später verstarb er.

Der Unglücksbus wurde repariert und wieder im_Linien-Netz eingesetzt. Nachdem er aus Altersgründen ausrangiert wurde, fand er einen neuen Platz im Wiener Straßenbahnmuseum, wo er auch heute noch besichtigt werden kann. Im November 1980 wurde schließlich die neue Donauquerung eröffnet, offiziell heißt sie seither eigentlich Johann-Nestroy-Brücke.

Das Unglück hatte auch politische Konsequenzen: Nachdem zunächst der damalige Bürgermeister Leopold Gratz seinen Rücktritt angeboten hatte, übernahm der Wiener Planungsstadtrat Fritz Hofmann die politische Verantwortung und schied aus dem Amt. Eine Expertenkommission gab bekannt, dass der linke Pfeiler der nach Ende des Zweiten Weltkrieges sanierten Brücke mit Sand und "unverdichtetem Beton" gefüllt war. Durch das schlechte Material war Wasser eingedrungen.

Heute werden Österreichs Brücken und Autobahnen alle sechs Jahre einer Hauptprüfung unterzogen. Zudem kontrollieren Straßen- und Brückenmeister laut Verkehrsministerium nach einem Drei-Stufen-Plan jedes Brückenbauwerk alle paar Monate. Dabei werden auffällige Veränderungen erfasst und das Schwingungsverhalten überprüft. Alle 5000 heimischen Straßenbrücken sind in einer Datenbank der Asfinag erfasst. "Eine Brücke hat eine Lebensdauer von 60 bis 80 Jahren, alle 30 Jahre muss eine Generalsanierung erfolgen", teilt die Asfinag mit.

Der 1. August 1976 war übrigens auch in der Sportwelt ein Unglückstag: Niki Lauda verunglückte auf dem deutschen Nürburgring. Formel-1-Kollegen gelang es, Lauda aus dem brennden Wrack zu retten. (pm, simo, DER STANDARD - Printausgabe, 3. August 2007)

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14 Postings
und die muggles rätseln

Unter der Brücke war auch noch ein Schiff

Das weiß ich noch genau, da es danach in der "Wunderwelt" ein Bastelset zum "Nachbauen" gab.

Dann schaffen wir den 1.08. einfach ab!

da läuft's einem doch kalt über den Rücken !

Wie werden wir jemals wieder in der Nacht vom 31. Juli zum 1. August schlafen können ...

Schlafen sie auf (oder unter) Brücken ?

Man lese die erste Seite des ersten Kapitels von "Harry Potter und der Halbblutprinz". Dann kennt man den wahren Grund von Brückeneinstürzen...

Ein Omen!!! - Der Antichrist ist bereits unter uns

.

Niki Lauda ?

Heissen alle Autofahrer heute so? Wie wir denn das Schwingungsverhalten heute eigentlich ueberprueft? Wie heisst denn eigentlich der der das macht? Kann sich das ueberhaupt jemand leisten? Ich glaub das einfach nicht...punkt.

Jeder 365 Leser wird auch an einem 1.August sterben, und jeder 7 an einem Montag - obwohl den jeder 2 Mensch hasst.

wahnsinn

so viel unglücke an einem tag!

da muss man sich ja nicht mehr vorm freitag den 13. fürchten, sondern nur mehr vor jedem ersten august!

Ja, aber nur in Städten, wo die Sozis regieren ...

aha..

.. und in allen anderen hat man dann das restliche Jahr Angst... :o))

in minnesota regieren die sozis?

oarg oida!

Minnesota ist eine Stadt?

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