IFPI Austria: Wir sind keine Ritter, sondern Retter

von Redaktion  |  11. Jänner 2008, 18:08
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"Durch das Wachstum des digitalen Musikmarktes entstehen neue Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Einnahmen für die Musikbranche"

Der Verband der österreichischen Musikwirtschaft, IFPI Austria, hat auf die Aussendung von SP-Gemeinderat Lindenmayr - der WebStandard berichtete - reagiert und kann die Aussagen des Politikers "nicht nachvollziehen".

Lobbyist für illegales Filesharing

In der IFPI-Aussendung wird der SPÖ-Gemeinderat als "Lobbyist für illegales Filesharing" bezeichnet. Seine Aussagen bezeichnet Franz Medwenitsch, Geschäftsführer des Verbands der österreichischen Musikwirtschaft IFPI Austria, als "nicht nachvollziehbar, polemisch und geschäftsschädigend". "Die Musikwirtschaft nutzt die Chancen der Digitalisierung intensiver als jede andere Branche. In den letzten Jahren wurde massiv in den Aufbau des Online-Musikmarktes investiert und neue Angebote für musikinteressierte Konsumenten entwickelt. Mehr als 500 Internet-Shops sind bereits online. Das Download-Angebot ist auf mehr als vier Millionen Songs gestiegen. Allein in Österreich kaufen bereits 500.000 Konsumenten Musik im Internet, im Jahr 2006 wurden 6,2 Millionen Songs über Download-Shops und Handys verkauft."

Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Einnahmen

"Durch das Wachstum des digitalen Musikmarktes entstehen neue Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Einnahmen für die Musikbranche. Die Behauptung, die Musikwirtschaft könne nicht mit neuen Technologien umgehen, ist längst durch die realen Entwicklungen widerlegt. Der Aufbau und Betrieb neuer, legaler und für Konsumenten günstiger Musikangebote im Internet sind nur dann wirtschaftlich möglich, wenn Musik nicht gleichzeitig kostenlos raubkopiert werden kann. Illegales Filesharing verursacht allein in Österreich einen Schaden von 15 Millionen Euro jährlich. Deshalb gehen wir gegen das Raubkopieren und die illegale Verbreitung von Musik im Internet vor."

Geistiges Eigentum

"Politisch Verantwortliche sollten sich für den Schutz des geistigen Eigentums von Künstlern, Kreativen und Produzenten engagieren und zur Bewusstseinsbildung beitragen statt Musikpiraterie im Internet zu verharmlosen. Der Diebstahl geistigen Eigentums ist kein Kavaliersdelikt." Privatkopien sind - entgegen den Befürchtungen des Wiener SP-Gemeidesrats - auch im digitalen Umfeld weiterhin erlaubt und möglich, allerdings für tatsächlich private Zwecke und nicht zur weiteren Verbreitung im Internet, so die IFPI-Aussendung.(red)

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Peter W1
12.08.2007 20:06

Hat das Gsindl grad an einem gewählten Mandatar Rufmord begangen? Sofort verklagen und vor allem mal präventativ für die nächstal 10 Jahre alle von dem Rufmordverein hinter Gitter (ist ja deren Standardprozedur!).

Bort
10.08.2007 13:05

mit nassen handtüchern gerhören diese damen und herren die ringstrasse rauf und runtergeprügelt...

Nik M
09.08.2007 17:36

Raubretter

abau 
08.08.2007 16:17
Ad geistiges Eigentum 2

Siehe auch Benjamin Tucker:

"If a man scatters money in the street, he does not thereby formally relinquish title to it...but those who pick it up are thereafter considered the rightful owners... Similarly a man who reproduces his writings by thousands and spreads them everywhere voluntarily abandons his right of privacy and those who read them ... no more put themselves by the act under any obligation in regard to the author than those who pick up scattered money put themselves under obligations to the scatterer"

Und:

"You want your invention to yourself? Then keep it to yourself."

INTELLECTUAL PROPERTY
Liberty

abau 
08.08.2007 16:16
Ad geistiges Eigentum

Ich bin der Ansicht, dass es durchaus geistiges Eigentum gibt.

Wer sein geistiges Eigentum jedoch ÖFFENTLICH verbreitet, begeht damit eine Schenkungshandlung.

Insofern kann jemand sein geistiges Eigentum entweder für sich behalten, es z.B. bestimmten Vertragspartnern zu vereinbarten Konditionen überlassen, oder aber öffentlich verbreiten und damit alle Rechte daran aufgeben (wie bei einer Schenkung bzw. bei einem Wegwerfen von materiellem Eigentum eben).

yodaslightsaber
08.08.2007 07:29
Produzenten...

"Politisch Verantwortliche sollten sich für den Schutz des geistigen Eigentums von Künstlern, Kreativen und Produzenten engagieren"...

Wohl eher fuer den Schutz von Produzenten, Produzenten, Produzenten... nachdem CDs 17 bis 20 Euro kosten und ich im MediaMarkt vor der abstrusen Situation stand, z.B. einen Film auf DVD um 10 Euro oder nur den Sountrack um 20 Euro kaufen zu koennen, hab ich aufgehoert, mir CDs zu kaufen - was ich sehr schade finde, nach all den Jahren und dem schoenen Gefuehl, eine neue CD vor sich zu haben. Naja, auf Konzerten von den Kuenstlern selbst produzierte CDs kaufen, womit man auch die Kuenstler direkt unterstuetzt, geht immer noch :-)

M4r3k l*e*d
07.08.2007 17:59
raubritter sans

"gewinnmaximierung ist unser oberstes gebot" :-P

Sebastian Auinger
06.08.2007 15:01
Privatkopien "erlaubt"

Privatkopien sind zwar erlaubt, jedoch ist das Knacken von Kopierschutzmechanismen verboten.

Viele neuere CDs sind kopiergeschützt, DVDs sowieso. Somit gibt es zwar ein Recht auf die Privatkopie, jedoch kann sie nicht legal angewendet werden.

In naher Zukunft werden wir ähnliches beim Fernsehen / Videorekorder erleben.

Rooot
05.08.2007 17:33

wahrscheinlich retter von geldsäcken mit "€" zeichen drauf.

denen gehts doch nicht um arbeitsplätze oder künster; die intressiert höchstens, wie man die zitrone so pressen kann, dass noch mehr saft raustropft...

Frodo Der Hobbit
05.08.2007 03:49
ausspionierte p2p userin klagt RIAA zurück

http://www.concurringopinions.com/archives/... _to_b.html

http://www.boingboing.net/2007/06/2... endan.html

Tanya Anderson klagt RIAA und major labels:
Computer Fraud and Abuse Act
Racketeer Influenced and Corruption Act

gibt es schon solche beispiele in europa?

gordon865
05.08.2007 02:34
IFPI Austria: Wir sind keine Ritter, sondern nicht mehr zu retten

Pingu407
03.08.2007 16:04
Wer solche Retter hat...

Man sieht es ja in den USA und in Deutschland, da werden Tausende gerettet, und wie!!

Und erst die Leute ohne Internetanschluss, und sogar Tote! Mitten zwischen die Augen werden die gerettet, jawollja!

Der Kreter 
03.08.2007 13:18
Making Music is Killing Music

Lindenmayer als "Lobbyisten" zu bezeichnen ist ein alter rhetorischer Trick (dessen sich auch das FPBZÖ gerne bedient): man hält dem Geger möglichst lautstark das vor, was man selbst tut (oder getan hat).

Die weit über jedes (auch wirtschaftlich) vernünftige Maß hinausgehenden Bestimmungen zum Schutz des geistigen Eigentums (was für ein ekelhaftes Unwort übrigens!), die Aushebelung von gesetzlich garantierten Kundenrechten (mit einhergehender Rechtsunsicherheit) und die Bespitzelung und das Unter-Pauschal-Verdacht-Stellen ehrlicher Käufer: das alles haben wir dem hoch-professionell gemachten Lobbying der Medien- und Musikindustrie zu verdanken.

Und welche einflußreichen und finanzstarken Kräfte stehen hinter Lindenmayer? Die SJ gar?

4freedom
03.08.2007 12:58
Multifunktionär und Wichtigtuer

man mache sich selbst ein Bild von Herrn Doktor Medwenitsch z.B. bei http://publikumsrat.orf.at/index.html.
Der Herr sitzt im Publikumsrat und Stiftungsrat neben anderen Interessenvertretern aus Wirtschaft und Industrie, die mit "Publikum" rein gar nichts zu tun haben. Hier wird ebenso Etikettenschwindel und Bürgerverarschung betrieben wie mit dem depperten Begriff "Raubkopie".
Eine Sauerei wie die GIS-Steuer auf PCs.

sotho talker 
03.08.2007 11:26
pferdekutschen, dampfmaschinen und die IFPI

der geist ist aus der flasche. genau wie beim gutenberg damals.

es wird nie wieder so sein wie es früher war.

akzeptieren und was draus machen, es ist trotzdem noch genug geld in der branche...

Mathias 
03.08.2007 10:04
Der Diebstahl geistigen Eigentums ist kein Kavaliersdelikt.

Das hätte wohl der Richter zu SMC und Skype sagen sollen ;-)

spiderpig
03.08.2007 09:52
sehr interessantes urteil

in deutschland zu dem thema benutzerverfolgung:

http://www.heise.de/newsticke... dung/93376

Der Kreter 
03.08.2007 17:07
Danke für den Link,

die Urteilsbegründung ist ja wirklich außerordentlich interessant (und spricht wohl nicht nur mir aus der Seele). Der Artikel zeigt auch schön, auf welcher moralischen Ebene sich die ach so selbstlosen Verteidiger des geistigen Eigentums befinden.

Und genau jene Leute, die da dauernd von Effizienz, lean managment und einem angeblich zu fetten, aufgeblähten Staat schwafeln, blockieren die ohnedies übelasteten und personell ausgedünnten Gerichte mit ihren Bagetellverfahren (welche dazu dienen sollen, ihnen Informationen zu beschaffen, die ihnen von Rechts wegen gar nicht zustehen!).



ChesneyB 
03.08.2007 11:20

Genau. Vor allem hat endlich mal ein Richter ausgesprochen, was wir alle denken: die von der Musikindustrie gemachte Milchmädchenrechnung (jeder heruntergeladene Titel wäre auch gekauft worden) ist einfach ein hanebüchener Unsinn!

4freedom
03.08.2007 12:47
Leider glauben's die Politiker

und rechnen sich die entgangenen Steuereinnahmen aus. Von der Seite sind also weder Vernunft noch Fairness zu erwarten. Einzelne Stimmen wie die von Lindenmayr werden sich leider nicht durchsetzen.

lemming0815
03.08.2007 09:03

wenn ich mich hier kritisch zu dieser "belobhudelung" der musikindustrie äussere, lande ich dann auf einer black-list?

Pandoras_Box 
03.08.2007 00:59

die ritter sind auch ausgestorben.

wegen anachronismus.

Nessus
02.08.2007 22:48
Die Rechteverwerter wollen offensichtlich die Gesetze selber schreiben!

Dumm, dass noch immer Abgeordnete dafür zuständig sind, und die wollen gewählt werden.

tanlamur
02.08.2007 22:34

IFPI ist eine Lobbyorganisation. Noch Fragen? :-)

Meister Eder
02.08.2007 21:24

So! Den Raubkopierer-sind-Verbrecher-Vorspann haben wir.
Eigentlich sollte jetzt der Film anfangen!

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