Probleme mit Phishing-Mails dank Sicherheitssystemen heimischer Banken eingedämmt - Neun von zehn E-Mails sind unerwünscht
Lediglich eine von zehn elektronischen Nachrichten
ist tatsächlich erwünscht und für den Empfänger brauchbar. Der Rest
ist Müll. So lautet die Bilanz des Wiener Software-Experten Ikarus.
Täglich werden in den Rechenzentren des Unternehmens rund zwölf Mio.
E-Mails auf Viren, Trojaner oder sonstige unerwünschte Anhänge
gescannt.
Ausgefischt
Erfreulich ist der Rückgang von Problemen im Zusammenhang mit
Phishing-Mails. Immer populärer wird hingegen das Verbreiten von
Aktien-Spams, sagte Ikarus-Geschäftsführer Josef Pichlmayer in einem
Gespräch mit der APA.
Rasche Reaktion
In erster Linie sei es der raschen Reaktion der heimischen Banken
zu verdanken, dass die Probleme im Zusammenhang mit Phishing-Mails
eingedämmt werden konnten. Dabei können Passwörter, Pin-Codes und
Kreditkartennummern über gefälschte Online-Formulare in falsche Hände
gelangen. Die Sicherheitssysteme der Online-Banking-Portale
österreichischer Geldinstitute seien zum Beispiel jenen der Banken in
Deutschland weit voraus, so Pichlmayer. Dort hat sich die Anzahl an
Phishing-Mails im ersten Halbjahr 2007 verdoppelt.
Kurstreiber
Denkbar einfach ist das Prinzip der so genannten
"Penny-Stock-Spams". Ein findiger Versender kauft zunächst selbst
größere Mengen einer billigen Aktie. Über die Aussendung von
Spam-Mails wird eine - mitunter sehr plausibel klingende - Geschichte
verbreitet, in der etwa gewinnträchtige bevorstehende Investitionen
des betreffenden Unternehmens angekündigt werden. Je mehr Empfänger
sich zum Kauf der Aktie entschließen, desto schneller steigt der
Aktienkurs. Der ursprüngliche Versender kann seine Anteile zu einem
günstigen Zeitpunkt abstoßen und so saftige Gewinne lukrieren. Im
Durchschnitt betragen diese laut Auskunft von Ikarus knapp sechs
Prozent, im Falle von Ausreißern bis zu 20 Prozent.
Organisiert
Zunehmend werden Aktien-Spams auch im Auftrag von Unternehmen
verschickt, die ihren Aktienkurs in die Höhe treiben möchten. Der
Versender wird bei diesem "Geschäftsmodell" mit einer Provision am
erzielten Kursgewinn beteiligt. Während eine derartige Vorgehensweise
in Europa im Moment noch ohne rechtliche Konsequenzen möglich ist,
bestehen in den USA bereits gesetzliche Regelungen, die dies zu einer
strafbaren Handlung machen. In Österreich nähern sich derartige
E-Mails mit mittlerweile 14 Prozent Anteil an der gesamten Spam-Masse
den reinen Werbe-E-Mails an. Diese liegen mit 19 Prozent nach wie vor
an der Spitze. (apa)