"Aktien-Spams" bescheren satte Gewinne

Redaktion, 29. November 2007 13:34
  • Artikelbild
    derstandard.at

Probleme mit Phishing-Mails dank Sicherheitssystemen heimischer Banken eingedämmt - Neun von zehn E-Mails sind unerwünscht

Lediglich eine von zehn elektronischen Nachrichten ist tatsächlich erwünscht und für den Empfänger brauchbar. Der Rest ist Müll. So lautet die Bilanz des Wiener Software-Experten Ikarus. Täglich werden in den Rechenzentren des Unternehmens rund zwölf Mio. E-Mails auf Viren, Trojaner oder sonstige unerwünschte Anhänge gescannt.

Ausgefischt

Erfreulich ist der Rückgang von Problemen im Zusammenhang mit Phishing-Mails. Immer populärer wird hingegen das Verbreiten von Aktien-Spams, sagte Ikarus-Geschäftsführer Josef Pichlmayer in einem Gespräch mit der APA.

Rasche Reaktion

In erster Linie sei es der raschen Reaktion der heimischen Banken zu verdanken, dass die Probleme im Zusammenhang mit Phishing-Mails eingedämmt werden konnten. Dabei können Passwörter, Pin-Codes und Kreditkartennummern über gefälschte Online-Formulare in falsche Hände gelangen. Die Sicherheitssysteme der Online-Banking-Portale österreichischer Geldinstitute seien zum Beispiel jenen der Banken in Deutschland weit voraus, so Pichlmayer. Dort hat sich die Anzahl an Phishing-Mails im ersten Halbjahr 2007 verdoppelt.

Kurstreiber

Denkbar einfach ist das Prinzip der so genannten "Penny-Stock-Spams". Ein findiger Versender kauft zunächst selbst größere Mengen einer billigen Aktie. Über die Aussendung von Spam-Mails wird eine - mitunter sehr plausibel klingende - Geschichte verbreitet, in der etwa gewinnträchtige bevorstehende Investitionen des betreffenden Unternehmens angekündigt werden. Je mehr Empfänger sich zum Kauf der Aktie entschließen, desto schneller steigt der Aktienkurs. Der ursprüngliche Versender kann seine Anteile zu einem günstigen Zeitpunkt abstoßen und so saftige Gewinne lukrieren. Im Durchschnitt betragen diese laut Auskunft von Ikarus knapp sechs Prozent, im Falle von Ausreißern bis zu 20 Prozent.

Organisiert

Zunehmend werden Aktien-Spams auch im Auftrag von Unternehmen verschickt, die ihren Aktienkurs in die Höhe treiben möchten. Der Versender wird bei diesem "Geschäftsmodell" mit einer Provision am erzielten Kursgewinn beteiligt. Während eine derartige Vorgehensweise in Europa im Moment noch ohne rechtliche Konsequenzen möglich ist, bestehen in den USA bereits gesetzliche Regelungen, die dies zu einer strafbaren Handlung machen. In Österreich nähern sich derartige E-Mails mit mittlerweile 14 Prozent Anteil an der gesamten Spam-Masse den reinen Werbe-E-Mails an. Diese liegen mit 19 Prozent nach wie vor an der Spitze. (apa)

Links

Ikarus

Kommentar posten
19 Postings
Nostrax
 
07.08.2007 20:04
Also ich las mir alles zustellen, und sortiere selbst aus.

Mir ist ja schon mal passiert das auch gewollte mails geschluckt wurden (ging um eine Bestellung). Und das will ich nicht.

Denn Aktien Spam gibts sowohl in Englisch auch als in Deutsch.

Mich würde eher interressieren, warum zu Donerwetter fallen da so viele rein. Das kann es ja nicht sein.

Kann sich das einer hier zusammen reimen?
Rosarote Brille?

borake
05.08.2007 17:10

also eines verstehe ich nicht alle kann im internet überwacht werden und nachverfolgt werden!

und dann schaft es niemand die für die spammails verantwortlichen zu finden?

Buffy die Vampirjägerin
02.08.2007 11:01
Ich hab zufällig profitiert...

Ich kaufe manchmal penny stocks, natürlich nicht die aus den spams, die sehe ich nicht einmal.

Vor Jahren hatte ich einmal Aktien einer chinesischen Linux-Bude. Gekauft um 0,16 USD, bei einem Handelsvolumen von einigen 10.000 Stück am Tag.

Eines Tages begannen sie zu steigen, das Volumen ging auf etliche 100.000 am Tag, ohne ersichtlichen Grund. Sie stiegen auf über 2,30. Ich hab um 2,10 verkauft. Nach 3 Tagen waren sie wieder unten.

Damals wusste ich nicht einmal, dass es Aktienspam gibt. Heute bin ich aber überzeugt, das ich zufällig von einem solchen profitiert habe.

Die Depperten haben's Glück - hier kann man es ruhig so sagen.

hurdy gurdy
19.08.2007 17:25
Gratulation

manchmal braucht man eben Glück, Lotto ist da nichts anderes.
Aktienspam halte ich auch nicht für kriminell, lästig ists natürlich.
Wer drauf reinfällt ist selber schuld und zahlt Deppensteuer, wer ein eigenes Depot verwaltet sollte einen IQ jenseits des Knäckebrotes haben.

Beiddenker
02.08.2007 11:14
Aha, also wegen Leute wie Ihresgleichen dürfen wir uns

auch weiterhin an einer Vielzahl von Spam-Mails erfreuen.

Captain Smoker
02.08.2007 11:36

Also entweder haben Sie den Artikel oder das Posting von "Buffy die Vampirjägerin" nicht gelesen/verstanden.

boa vista
17.08.2007 20:45

beiddenker fällt eben immer wieder dadurch auf, dass er/sie mit beiden gehirnzellen denkt ;)

Ruth Schlabbeeritzka-Pangl
02.08.2007 07:55
Sagenhaft!

Da gibt es wirklich Deppen, die auf die Penny-Stock-Spams hereinfallen? Das sind sicher die, die auch das Internet-Viagra (=gefärbtes, gepresstes Mehl) kaufen (das dann bei ihnen sogar manchmal funktioniert!)...

01052004
01.08.2007 18:56
bitte melden!

wer hat denn bei so was schon mitgemacht??? und warum???

Captain Smoker
01.08.2007 19:40

Nicht mitgemacht aber eine interessante Hochrisikoanlage für Spekulierer. Man muß eben rechtzeitig (vor dem Spamer) seine Aktien wieder verkaufen.

Buffy die Vampirjägerin
02.08.2007 11:02
ack.

s. eigenes posting von mir.

Michael ....
01.08.2007 14:42

Wer bei einem Bild mit blauer Schrift auf grünen Hintergrund, im schlechten Deutsch und dann noch mit windschiefen Buchstaben von einem seriösen schreiben ausgeht, dem ist nicht zu helfen ... :)

so go
06.08.2007 14:20

Wer will schon ein seriöses Schreiben?

Ganz im Ernst, die Anleger wollen doch (halblegale) insider-infos... die legale Seite für die Justiz und die illegale sollte den Gewinn abwerfen.

Oder irre ich mich da etwa?

Tante Helene
01.08.2007 11:27

Das "gute", alte Pilotenspiel war a nix anderes. Die Deppen zahlen für ihre Gier. sskm.

chefdelacuisine
01.08.2007 10:00
6 bis 20% gewinn?

was ich da bisher beobachtet habe, müsste es eher das 6 bis 20-fache heißen, es sei denn die veranstalter solcher aktien-rallies agieren *sehr* vorsichtig und verkaufen bereits beim ersten geringen kursanstieg wieder.
z.b. HUMET-PBC NTH AMER. DL-01
52-Wochenhoch: 0,297
52-Wochentief: 0,001
derzeit: 0,025

Karl Gmeiner
 
02.08.2007 09:01

Da zahlt es sich ja fuer Aktienhaendler fast aus, bei der naechsten Spam-Aktion auf den Zug aufzuspringen.

Ceeit
01.08.2007 21:41
ich laube es waren 6%-20% aller mails gemeint.

t 3
 
01.08.2007 10:59
auch beim aktien-spam zeigt sich:

das eigentlich traurige an den spamfluten ist, dass es genügend leute gibt die darauf einsteigen - reinfallen möcht' ich gerade in dem fall nicht sagen...

natoll
01.08.2007 12:14

es lebe der leerverkauf ...

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.