Ein Fest für Peter Handke

2. August 2007, 17:25
posten

Bei den "Salzkammergut Festwochen Gmunden" präsentieren Persönlichkeiten aus Theater, Film, Medien und der Wissenschaft unterschiedlichste Aspekte des Autors

Linz - Mit einem Viertagefest unter dem Titel "Ins tiefe Österreich" soll Autor Peter Handke bei den heurigen Salzkammergut Festwochen Gmunden geehrt werden. Zahlreiche teilnehmende Persönlichkeiten aus Theater, Film, Medien und der Wissenschaft präsentieren von Donnerstag (2. August) bis zum 5. August verschiedene Aspekte des umstrittenen Autors. Mit der Veranstaltung wird bei den Festwochen ein neues Konzept eingeleitet. In Zukunft soll jedes Jahr einem Künstler ein "Fest innerhalb des Festivals" bereitet werden.

Peter Handke gelte nicht nur wegen seiner umstrittenen Einstellung zu den Kriegen im ehemaligen Jugoslawien als schwierig, so die Veranstalter. Dass er anecke, resultiere unter anderem vielmehr aus seiner Auffassung vom richtigen Schreiben und seinem festen Glauben, von der Literatur lernen und mit ihr ständig Neues erfahren zu können. Die Salzkammergut Festwochen wollen mit dem Veranstaltungsschwerpunkt diesen Widersprüchen auf die Spur kommen. Beiträge in Form von Film, Poetik, Erzählung und Theater unter anderem von Regisseur Wim Wenders, Schriftsteller Alfred Kolleritsch, Schauspieler Bruno Ganz und Literaturwissenschafter Wendelin Schmidt-Dengler stellen die Texte Peter Handkes in den Kontext seines Gesamtwerks.

"Ins tiefe Österreich" war ein Schreibprojekt Handkes aus den späten 70er Jahren, das jedoch in seiner ursprünglichen Konzeption nie realisiert wurde. 1978 reiste Handke quer durch Amerika, von Alaska nach Kalifornien, dann nach Colorado Springs und schließlich nach New York, wo er an seiner Erzählung mit dem späteren Titel "Langsame Heimkehr" (1979) arbeitete.

Aus dem ursprünglichen Projekt wurde eine Tetralogie: Eine lockere Verbindung der drei Erzählungen "Langsame Heimkehr" (1979), "Die Lehre der Sainte-Victoire" (1980) und "Kindergeschichte" (1981) mit dem Theaterstück "Über die Dörfer" (1981). Die vier Werke vollziehen gemeinsam diese erzählerische Rückkehr auf Umwegen über Frankreich und Salzburg "ins Tiefe Österreich" zu Handkes Geburtsort in Kärnten. Auf dieser erzählerischen Heimreise fand der Autor zu einer neuen Poetik. Die Forschung versteht "Langsame Heimkehr" deshalb als eine Art Wende in seinem Werk. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.