Seine Gier nach Gleichzeitigkeit

31. Juli 2007, 14:01
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Eine "Extra Dry"-Neufassung von Emio Greco und PC

"Früher glaubte ich, ich müsste immer etwas Neues machen. Heute weiß ich, ich muss nur immer tiefer gehen." Dies meinte der Choreograf Emio Greco anlässlich der Premiere von Extra Dry 1999.

Daran scheint er festzuhalten, denn dieses Jahr unternehmen Greco und sein Co-Kreator Pieter C. Scholten (PC) die Neuauflage dieses Schlüsselwerks. Extra Dry war der Abschluss ihrer bahnbrechenden Trilogie Fra Cervello e Movimento (Zwischen Gehirn und Bewegung), in der Greco den neugierigen Körper dem kontrollierenden Willen gegenüberstellte. "Ich muss Ihnen sagen, dass mein Körper auf alles neugierig ist, und ich, ich bin mein Körper", erklärte er seinem Publikum.

Die Sehnsucht nach der Synchronizität von Körper und Geist in Missachtung des Wissens , dass dieser Wunsch unerfüllbar bleiben muss, war ein dramaturgischer Eckpfeiler von Extra Dry. Und auch formal war Teil drei der "Martini-Trilogie" nach den zwei Solostücken Bianco und Rosso als Duett "beinahe ein Statement über das Synchrone, über die Schwingungen zwischen zwei Wesen, ihren Einklang und ihre Unterschiede".

Für die "Nouvelle Version" sind Greco nun Vincent Colomes und Nicola Monaco als Tanzpartner zur Seite gestellt. Gemeinsam gehen sie die für Grecos Arbeiten symptomatische Suche nach einer neuen Dramaturgie des Körpers an. (Judith Helmer, DER STANDARD/Printausgabe, 31.07.2007)

>> "Extra Dry" im Volkstheater, 2. und 4. 8., 21.00
  • "Heute weiß ich, ich muss nur etwas tiefer gehen", erkennt Emio Greco auch in der Neufassung von "Extra Dry".
    foto: stoop

    "Heute weiß ich, ich muss nur etwas tiefer gehen", erkennt Emio Greco auch in der Neufassung von "Extra Dry".

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