Stuktur von "VP40" entschüsselt

17. August 2000, 12:02

Das Protein bildet die Matrix des Ebolavirus

Grenoble - WissenschaftlerInnen des EMBL (European Molecular Biology Laboratory) haben die Stuktur von "VP40" entschüsselt, jenem muschelförmigen Protein, das die Matrix des Ebolavirus bildet. Dieser neue Einblick in den Lebenszyklus des tödlichen Virus soll die WissenschaftlerInnen wieder einen Schritt näher zur Entwicklung einer Behandlungsmethode bringen.

Catherine Laughlin von den National Institutes of Health (NIH) erklärt, dass die neue Entdeckung zu einem verbesserten Verständnis des zerstörerischen Potenzials führen wird. "Ein Medikament, das seine Wirkung direkt bei "VP40" entfaltet, sollte die Vermehrung des Virus unterbinden."

Trotz seiner tödlichen Wirkung besteht der Ebola-Virus aus nur sieben Genen. Das Verständnis, wie ein derart einfacher Organismus eine derart große Wirkung entfalten kann, ist der Schlüssel zu seiner erfolgreichen Bekämpfung.

Proteinproduktion

Vor zwei Wochen hatten NIH-WissenschaftlerInnen herausgefunden, dass ein Ebola-Gen infizierte Zellen dazu bringt, eine Substanz namens Glycoprotein zu produzieren. Dieses Protein zerstört unter anderem die Wände von Blutgefäßen und ist anscheinend für die ebolatypischen Blutungen verantwortlich.

"VP-40 scheint ein Partner der Glycoproteine zu sein", erklärt der Wissenschaftler Winfried Weissenhorn." VP40 interagiert in den Gefäßwänden mit den Glycoproteinen und bildet neue Viruspartikel. Dadurch füllen sich die Zellen mit hunderten neuen Viren, die freigesetzt werden, wenn das Glycoprotein die Zellwände sprengt. (pte)

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    foto: bsc couseware
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