"Yesss, bob, eety und Co. nutzen ihre Chancen nicht"

1. Oktober 2007, 11:40
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Österreichs Mobilfunker ohne eigenes Netz könnten wesentlich erfolgreicher sein - Studie sieht Hoffnungsmarkt in Osteuropa

Laut einer Studie des Managementberatewrs Roland Berger nutzen die in Österreich aktiven Mobilfunkanbieter ohne eigenes Netz - bob, eety, Tele2 Champion und yesss! - ihr Potenzial bei weitem nicht aus.

Verdopplung möglich

Alle vier heimischen Anbieter haben derzeit einen Marktanteil zwischen zehn und zwölf Prozent, könnten diesen aber ohne weiteres noch verdoppeln, so die Studie. Dass die sogenannten "virtuellen Netzbetreiber" - hinter denen die großen Telekomunternehmen des Landes stehen - nicht besser punkten, liegt laut der Untersuchung am aggressiven Preiskampf am heimischen Mobilfunkmarkt. Vor allem der Marktführer yesss! und Herausforderer bob lieferten sich ein hartes Duell.

Yesss vor bob

Roland Berger schätzt den Marktanteil der One-Tochter yesss! auf rund sechs Prozent, den der Mobilkom-Tochter bob auf drei bis vier Prozent. Tele2 Champion kam 2006 auf einen Marktanteil von 1,6 Prozent.

Vertriebsstruktur

"Das Erfolgsgeheimnis von yesss! liegt in der Vertriebsstruktur. Mit dem Verkauf in den rund 350 Hofer-Shops und über das Internet schaffte es die Marke, binnen zwei Jahren auf über 500.000 Kunden zu kommen", so die Einschätzung des Studienautors Julian Pötzl.

Er sieht drei zentrale Erfolgsfaktoren für virtuelle Netzbetreiber: "Ein potenzieller Betreiber muss am besten über ein eigenes Netzwerk verfügen, rasch eine Marke etablieren können und Zugriff auf eine flächendeckende Retail-Struktur haben. Das ist in Österreich nicht mehr uneingeschränkt für alle Anbieter möglich."

Marktchancen in Osteuropa

In Osteuropa sieht Pötzl hingegen noch Marktchancen. Ab einer Marktpenetration von rund 70 Prozent rechne sich der Einstieg für virtuelle Diskontanbieter. "Mit der Marktpenetration steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass nicht mehr benötigte, aber voll funktionstüchtige Mobiltelefone im Umlauf sind. Das ist Voraussetzung, da die Diskonter ja keine günstigen Handys anbieten", hieß es.

Vor allem Ungarn, Tschechien oder Polen seien attraktiv. So erreiche beispielsweise Ungarn eine Penetrationsrate von 98 Prozent und es gebe noch keinen Anbieter auf dem Markt. "Hier schlummert ein Umsatzpotenzial von rund 35 Mio. Euro je Betreiber, welches es zu nutzen gilt. Es führen auch schon einige Interessenten Verhandlungen mit Netzbetreibern", so Pötzl.(APA/red)

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