Dienstkopftuch sorgt für Unmut

31. Juli 2007, 12:06
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Muslimische MA 34-Mitarbeiterinnen erhielten Kopftuch zur Uniform - FP-Strache befürchtet Übermacht einer Minderheit

Weißer Stoff mit feinen Streifen in Orange und Türkis - so schaut das Dienstkopftuch für Musliminnen aus, das im Zuge des neuen einheitlichen Uniform-Designs für den Putzdienst der Stadt Wien kreiert worden ist. Das Kopftuch ist natürlich nur auf Wunsch der Frauen zu tragen - „Es geht hier einfach um eine Anerkennung der Glaubensfreiheit", klärt Christiane Daxböck, Pressesprecherin des zuständigen Stadtrats Michael Ludwig, auf. Und nur wenige - sechs Prozent - tragen das Kopftuch.

Insgesamt bekamen 612 Mitarbeiterinnen der MA 34 erst vor wenigen Tagen eine neue Uniform, die aus blickdichter Hose, hüftlanger Jacke und eben dem "Dienstkopftuch" besteht. Die neue Bekleidung sei von muslimischen und nicht-muslimischen Mitarbeiterinnen gleichermaßen gewünscht worden, das habe man in von der Dienststellenleitung bereits im Jänner initiierten Gesprächen festgestellt, so Daxböck.

Strache: "Kommt als nächstes die Dienst-Burka für alle weiblichen Magistratsbediensteten?"

Kritik blieb trotzdem nicht aus. FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache befürchtet die Dienstvorschrift „muslimische Arbeitskleidung für alle" und fordert ein Kopftuch-Verbot für den öffentlichen Dienst. "Es ist bestürzend, dass sich die nicht-muslimische Mehrheit in immer größerem Ausmaß nach der muslimischen Minderheit richten muss", zeigt sich Strache empört. "Schnitzelverbot, Nikolausverbot, jetzt muslimisch orientierte Arbeitskleidung für alle - wo soll das noch hinführen?" (red)

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