Murdoch macht Druck auf Dow-Jones-Eigentümer

31. Juli 2007, 16:52
posten

Drohte mit Rückzug, wenn nicht mehr Mitglieder der Eigentümerfamilie Verkauf unterstützen - News Corp könnte Beratungshonorare für Familienmitglieder übernehmen

Der Medientycoon Rupert Murdoch drohte kurz vor Ende der offiziellen Entscheidungsfrist am Montagabend, bei zu geringer Unterstützung durch die Eigentümerfamilien der Dow Jones-Gesellschaft sein Übernahmeangebot zurückziehen. Wenn die Unterstützung für den Kauf innerhalb der Eigentümerfamilie Bancroft nicht noch wachse, dann sei der Kauf von Dow Jones "höchst unwahrscheinlich", erklärte ein Sprecher von Murdochs News Corporation.

Das zum Dow Jones Konzern gehörende "Wall Street Journal" berichtete am Montag, die Zustimmung innerhalb des weit verzweigten Bancroft-Clans, der 64 Prozent der Stimmrechte des Unternehmens kontrolliert, liege bei nur rund 28 Prozent. Die Entscheidung sollte noch am Montagabend in New York fallen, kam aber nicht zustande. Dienstag meldete das "Journal" 29 Prozent Zustimmung. Und Verhandlungen, ob die News Corp den Bancrofts nicht Beraterhonorare in Höhe von bis zu 30 Millionen Dollar ersetzt, wenn sich eine der beiden großen und noch ablehnenden Gruppen (Denver Trusts und Christopher Bancroft) zum Verkauf entschließen. (fid, APA)

Hintergrund
Murdoch bietet für den Dow Jones-Konzern rund fünf Milliarden Dollar (3,62 Milliarden Euro) - ein Preis, der deutlich über dem Aktienkurs liegt. Die meisten freien Aktionäre würden dem Kauf daher wohl zustimmen. Theoretisch würde es genügen wenn mehr als 50 Prozent der Aktionäre zustimmen.

In der Bancroft-Familie hat das Angebot heftige Diskussionen ausgelöst. Einige Mitglieder fürchten um die journalistische Unabhängigkeit des renommierten "The Wall Street Journal". Ein Vorschlag lautet daher, ein Sonderkomitee solle die journalistische Qualität des "Journals" sowie Personalfragen überwachen.

Share if you care.