Schimmelpilze zur Rettung von Plantagen

30. Juli 2007, 17:53
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ForscherInnen an der TU Wien suchen nach geeigneten Trichoderma-Stämmen, die im Kampf gegen schädliche Pilze eingesetzt werden können

Adis Abeba/Wien - Schimmelpilze aus der Gattung Trichoderma spielen für den Menschen meist eine eher negative Rolle: Trichoderma-Arten gedeihen auf abgestorbenem Pflanzenmaterial und können auch in Gebäuden auftreten - etwa an Tapeten, Spanplatten oder auch Wandverputz. Sie können bei gezieltem Einsatz aber auch eine höchst positive, schützende Wirkung erzielen: Derzeit arbeiten WissenschafterInnen der Technischen Universität Wien daran, Trichoderma als Waffe im Kampf gegen Pilze einzusetzen, die auf Plantagen Schäden verursachen.

Kampf der Pilze

Irina Druzhinina vom TU-Institut für Verfahrenstechnik untersucht und katalogisiert die Genetik von Trichoderma-Stämmen weltweit. Über 3.000 auf der ganzen Welt gesammelte Exemplare liefern der Mikrobiologin die Grundlage für die Erkennung von neuen Spezies. Unter anderem konnte dabei geklärt werden, mit welchen molekularen Wirkmechanismen sich Trichoderma-Pilze gegen Konkurrenz durchsetzen. Sie produzieren dafür eine Art Kampfstoff, der Toxinen von Hefepilzen sehr ähnlich ist. Die Trichoderma-Toxine machen die Zellwand anderer Pilze durchlässig, dadurch können etwa Antibiotika eindringen, die ebenfalls von Trichoderma produziert werden.

Damit der Einsatz von Trichoderma als biologische Schädlingsbekämpfung nicht über Umwege doch die Umwelt schädigt, sollten jeweils einheimische Trichoderma-Stämme eingesetzt werden. Nicht-einheimische Stämme könnten das ökologische Gleichgewicht gefährden und könnten letztendlich selbst zu Schädlingen werden. In der Vergangenheit ist es durch den Einsatz von fremden Organismen - allerdings bei weitem nicht nur von Pilzen - in vielen Gegenden zu ökologischen Katastrophen gekommen.

Einsatzmöglichkeiten

Die genetisch untersuchten und ausgewählten Trichoderma-Arten sollen auf Kaffee-Plantagen in Äthiopien eingesetzt werden. An der Elfenbeinküste arbeiten die Forscher an einem wirksamen und biologischen Mittel gegen einen schädlichen Pilz auf Kakao-Plantagen, nach ähnlichem Vorbild wird in Brasilien auf Bananen-Plantagen vorgegangen. (APA/red)

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