Atlantik-Stürme: Zunahme erfolgte in zwei Schüben

30. Juli 2007, 13:32
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Ablauf der Zunahme laut Durchführenden der Studie für chaotische Systeme normal - konstatierte Verdoppelung der Sturmzahl von anderem Forscher für falsch gehalten

Washington - Eine steigende Zahl tropischer Stürme auf dem Atlantik hat eine neue Studie konstatiert und zugleich genauer unter die Lupe genommen, wie sich der Anstieg im Verlauf des vergangenen Jahrhunderts entwickelt hat. Dieser sei in zwei Sprüngen erfolgt, heißt es in der Untersuchung der Forscher Greg Holland und Peter Webster, die in der Online-Ausgabe der Zeitschrift "Philosophical Transactions of the Royal Society of London" veröffentlicht wurde. Die Entwicklung falle mit der Erwärmung des Oberflächenwassers im Atlantik zusammen.

Zahlen ...

Demnach gab es in der Golfregion von 1905 bis 1930 durchschnittlich sechs tropische Wirbelstürme pro Jahr, von denen sich vier zu Hurrikanen verstärkten. Zwischen 1931 und 1994 entwickelten sich auf den Angaben zufolge auf dem Atlantik zehn tropische Stürme und fünf Hurrikane. Für die Dekade von 1995 bis 2005 registrierten die Forscher im Jahresdurchschnitt 15 tropische Stürme und acht Hurrikane.

"Wir befinden uns derzeit in einer Aufwärtsbewegung", sagte Holland vom National Center for Atmospheric Research in Boulder im US-Bundesstaat Colorado. Er habe den Eindruck, dass sich die Häufigkeit der Stürme zunächst stabilisieren, es dann aber wieder einen Ausschlag nach oben geben werde, wenn nichts gegen die Klimaerwärmung getan werde. Es sei für chaotische Systeme normal, dass sie sich eher in Sprüngen veränderten als in graduellen Trends.

... und Interpretationen

Was die Anzahl der tropischen Atlantik-Stürme insgesamt betrifft, kommen die Forscher auf einen Wert, der etwa doppelt so hoch ist wie ein Jahrhundert zuvor. Daran setzt es jedoch umgehend Kritik: Chris Landsea vom National Hurricane Center warf seinen beiden Kollegen Schlampigkeit vor. Sie hätten nicht berücksichtigt, dass beispielsweise durch Satelliten Stürme und Hurrikane entdeckt würden, die früher gar nicht registriert worden wären. Die beobachtete Verdoppelung der Zahl der Stürme sei daher schlicht ein "Produkt der Technik". (APA/AP)

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    Bild vom 1. Juni 2007: Der tropische Sturm "Barry" über dem Golf von Mexiko.

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