Bill Gates möchte Microsoft inmitten großer Veränderungen verlassen

7. Jänner 2008, 14:23
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Mitgründer bald weg vom Fenster - "Du musst nur den richtigen Typen finden der es versteht, dann wird die neue Technologie erfolgreich sein."

Anzeichen dafür, dass Bill Gates seine Firma nach 32 Jahren verlassen möchte, gibt es kaum. Der reichste Mann der Welt möchte sich mit seinem Ausstieg auf seine Stiftung konzentrieren, die er zusammen mit seiner Ehefrau gegründet hat.

Keinerlei Anzeichen

Dass Bill Gates Microsoft wirklich verlassen möchte mache sich nicht bemerkbar, dies finden auch ranghohe Mitarbeiter des Konzerns. So beteilige er sich auch an wichtigen Treffen in denen es um zukünftige Technologien geht, unter anderem wäre Intel daran beteiligt gewesen. Des Weiteren habe er erst vor kurzem eine Agenda für die nächsten zehn Jahre präsentiert, nicht nur für das kommende Jahr.

Im Interview mit der New Yor Times sagte Gates: "Ich befinde mich in einer schönen Situation in der ich eine Menge Sachen zu erledigen habe die interessant, aufregend und wichtig sind. Außerdem darf ich mit klugen und einflussreichen Leuten zusammenarbeiten - Das ist viel mehr als an einem Tag zu erledigen ist."

Nach einem Bericht des Wall Street Journals, das Google als ernstzunehmende Konkurrenz für Microsoft tituliert, sagte David B. Yoffie, ein Professor der Harvard Business School: "Es ist sehr schwierig für jemanden in seinem Alter, der eine Firma mit soviel Erfolg aufgebaut hat und bei weiterhin anhaltendem Wettbewerb, wirklich zu verlassen."

Entweder ganz oder gar nicht

Bill Gates wird allerdings weiterhin den Vorsitz behalten und in bestimmten Geschäftsbereichen mitmischen. Er versprach dafür stets am aktuellen Stand der Dinge zu bleiben. Die anderen wichtigen Führungskräfte von Microsoft waren dabei allerdings etwas skeptisch und meinten, dass Entscheidungen von Bill Gates gefährlich sein könnten, wenn er über einen der Geschäftsbereiche nicht optimal informiert ist.

Steven Ballmer gab sich zufrieden mit der momentanen Lage und sagte, dass der Stellenwert der Firma nie höher gewesen sei. Microsoft habe sein Einkommen in den letzten 10 Jahren verdoppelt und seinen Profit ebenfalls, zumindest fast. Doch trotzdem wären die Aktien ärgerlicherweise fast gleich geblieben.

Er musste nun auch eingestehen, dass Breitband-Netzwerke zunehmend an Attraktivität gewinnen und mit der Zeit die Generation der herkömmlichen Personal Computer ersetzen werden.

"Software mit Service" statt "Software als Service

Ebenfalls interessant sind Microsofts Pläne zur zukünftigen Softwargestaltung. Anders als etwa Google möchte der Redmonder Konzern nicht "Software als Service" anbieten, sondern "Software mit Service". Besonders wichtig sei dabei die zentrale Datenspeicherung, auf diese Weise könne man durch die neuen Services jederzeit via Internet auf eigene Daten zugreifen. Ob Desktop, Laptop oder Smartphone spiele dabei keine Rolle. "

Die Leitung von Microsoft vertritt außerdem den Standpunkt, dass Software heutzutage immer wichtiger wird. So stehe nicht mehr das tatsächliche Hardwareprodukt, wie etwa das iPhone oder die Xbox 360, im Vordergrund, sondern viel mehr die Software die dafür verwendet würde.

Google unerwünscht

Ganz und gar nicht gut zu sprechen war Bill Gates auf Google und die Spekulationen, dass der Suchmaschinenbetreiber Microsoft auch im Segment der Handy-Branche gefährlich werden könne, wo Gates' Unternehmen momentan rund 10 Prozent Marktanteil besitzt.

"Wie viele Produkte, von allen Google-Produkten die vorgestellt wurden, wie viele von denen sind gewinnbringend?", fragte er. "Sie haben rund 30 unterschiedliche Produkte vorgestellt und dabei nur ein gewinnbringendes Produkt. Man macht also nun Vorhersagen ohne die Software vorher überhaupt je gesehen zu haben", fuhr er fort.

"Das Telefon wird immer Software-intensiver (..) Und um dazu im Stande zu sein uns auf dem Mobil-Markt herauszufordern wo er gerade Software-lastiger wird, das halte ich für nicht möglich."

Neue Aufteilung der Firma

Bereits im Juni 2006 saßen die drei führenden Persönlichkeiten der Firma zusammen und beschlossen die Aufteilung der unterschiedlichen Bereiche. Craig Mundie wendet sich demnach zukünftig mehr der Öffentlichkeit zu und ist für funktionierende Langzeit-Strategien sowie die weitere Entwicklung von Windows und ähnlichen Produkte zuständig. Ray Ozzie hingegen regelt die internen Vorgänge und ist verantwortlich für weitere Entwicklungen. Auch wird er zukünftig die Verantwortung für neue Netzwerk-Software tragen. "Du musst nur den richtigen Typen finden der es versteht, dann wird die neue Technologie erfolgreich sein." (red)

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