Eiskrieg

30. Juli 2007, 10:24
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Seit 30 Jahren erheben jeweils beide Kinder unter Einsatz von Fäusten, Rotz und Wasser Anspruch auf die orange Hälfte - mit Umfrage

Werte Firma Eskimo, wir erlauben uns, eine Sammelbeschwerde genervter Eltern von Kindern im Vorschulalter an Sie weiterzureichen. Einleitend vier plausible Erklärungen dafür, dass Lebenspartner kein zweites Kind mehr bekommen: 1.) Sie haben sich noch nicht einmal an das erste gewöhnt. 2.) Sie haben die Verhütung entdeckt. 3.) Sie haben bereits drei. 4.) "Twinni".

Seit den Achtzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts hat sich an der Ausgangssituation nichts geändert: Kleines Kind - kleines Eis. Zwei kleine Kinder - zwei kleine Eis. 1980 gab es in Ihrer Firma noch schöne Konfliktverhinderungsmodelle: den "Himbeerlutscher" (ein Schilling) und das "Brickerl" (ein Schilling fünfzig). Heute ist freilich nur noch der "Twinni" übrig geblieben: leicht zu trennen und groß genug für zwei Kleine. Das Problem: zwei Farben, zwei Geschmäcker. Seit 30 Jahren erheben jeweils beide Kinder unter Einsatz von Fäusten, Rotz und Wasser unerbittlich Anspruch auf die orange Hälfte. (Nicht einmal die Gründung des BZÖ konnte eine Trendumkehr herbeiführen.) Daran, werte Eishersteller, gehen Familien zugrunde! Also erzeugen Sie bittte endlich den einfarbigen Doppellutscher. (Daniel Glattauer, DER STANDARD - Printausgabe, 30. Juli 2007)

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