Conti fühlt sich mit VDO sicherer

4. September 2007, 09:33
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Der deutsche Autozulieferer Continental sieht mit dem Kauf der Siemens-Sparte VDO die Gefahr einer Übernahme deutlich verringert

Frankfurt - Der deutsche Autozulieferer Continental sieht mit dem Kauf der Siemens-Sparte VDO die Gefahr einer Übernahme deutlich verringert. Es gebe in Deutschland zwar kaum ein Unternehmen, das nicht von einer Private-Equity-Gesellschaft gekauft werden könnte, sagte Continental-Chef Manfred Wennemer. Sein Unternehmen ließe sich jetzt aber schwerer verdauen. "Und mit den nun höheren Schulden sind wir gerade für Private-Equity-Unternehmen unattraktiver als noch vor zwei Wochen."

Noch keine Angaben machte der Konzernchef über Stellenstreichungen und Standorte. Er wolle sich nicht an Spekulationen beteiligen, in denen die IG Metall von 4000 oder gar 7000 Jobs spreche, sagte Wennemer. Continental werde, wie zugesagt, in den ersten drei Jahren keine Standorte schließen. Für das VDO-Werk Regensburg seien es fünf Jahre. Das seien aber keine Garantien, sondern nur Zusagen. Keiner werde erwarten, ein Werk am Laufen zu halten, wenn ein Großauftrag verloren ginge und es keine Arbeit mehr gäbe.

Kein Grund zur Sorge

VDO-Arbeiter müssen sich offenbar jedoch keine Sorgen machen, dass ihr Unternehmensteil von Continental abgestoßen wird. Bis jetzt gebe es keine Geschäftsteile, die der Konzern verkaufen wolle, sagte Wennemer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff begrüßte den VDO-Verkauf . Wenn Conti so zu einem schlagkräftigerem Automobilzulieferer werde, begleite er das positiv.

Siemens hatte am Mittwoch bekannt gegeben, VDO für 11,4 Milliarden Euro zu verkaufen. Nach immer höheren Geboten von Continental und dem US-Zulieferer TRW gab man dem deutschen Unternehmen den Zuschlag. (APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.7.2007)

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    foto: standard/siemens/koch
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