Minoische Fundstücke in der Nordsee

29. Juli 2007, 15:46
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Siegel mit Linear-A-Schriftzeichen im Watt entdeckt

München - Der Kulturgeschichtler Hans Peter Duerr hat nach Angaben des Nachrichtenmagazins "Focus" Objekte aus der bronzezeitlichen Hochkultur der Minoer auf Kreta in der Nordsee gefunden. Duerr schließe daraus, dass die Minoer bereits im 2. Jahrtausend v. Chr. Handelsschiffe bis in die Nordseegeschickt haben könnten, berichtete das Magazin.

Duerr vermutet eine Zinnmine im britischen Cornwall als Ziel der Minoer. Sie hätten es benötigt, um Waffen aus Bronze herzustellen. Auch mit Bernstein aus Nordeuropa wurde bereits Handel getrieben.

Duerr habe bei Ausgrabungen im Watt nördlich der Hallig Südfall ein minoisches Siegel mit Linear-A-Schriftzeichen aus dem 15. vorchristlichen Jahrhundert gefunden. Eine Isotopenanalyse habe ergeben, dass ebenfalls im Watt gefundene Küchenkeramik minoischen Stils in der Gegend der antiken Hafenstadt Kommos an der Südküste Kretas produziert worden sein könnte. "Die mediterranen Hochkulturen hatten 1.000 Jahre früher als bisher vermutet Kenntnis von der heutigen deutschen Nordseeküste", zitierte Focus den Wissenschafter. (APA/dpa)

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