Kältekammerbesuch steigert Leistungsfähigkeit von Sportlern

27. Juli 2007, 17:02
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Steigerung von bis zu zehn Prozent - Optimierte Sauerstoffversorgung und Blutverteilung im Körper - Thema für Olympische Spiele

Dortmund/Münster - Regelmäßige Besuche in der Kältekammer können die Leistung von Sportlern verbessern. Das haben Sportwissenschafter der Universitäten in Dortmund und Münster herausgefunden. "Bei minus 120 Grad haben wir mehr als 50 Hobby- und Spitzenathleten kurz vor dem Sport für wenige Minuten in einer Kältekammer gesteckt", berichtete die Dortmunder Studienleiterin Sandra Ückert.

Anschließend absolvierten die Probanden bei 90 Prozent Maximalleistung einen zehn- bis 25-minütigen Dauerlauf. Nach sechs Monaten stellten die Forscher eine deutliche Leistungssteigerung von bis zu zehn Prozent fest.

Optimale Versorgung mit Sauerstoff

Die zweieinhalbminütige, kontrollierte Kühlung optimiere die Sauerstoffversorgung und die Blutverteilung im Körper. Bei höheren Außentemperaturen könne die beim Sport in den Muskeln produzierte Wärme häufig nicht schnell genug abgegeben werden. Sie staue sich im Körper an, was zu Leistungsdefiziten oder sogar zu Schäden führen könne. Die extremen Temperaturen in der Kältekammer kühlten die Haut, wodurch die Wärme besser aus dem Körper abfließen könne, erklärte Ückert.

Olympische Spiele

"Mit Blick auf die Olympischen Spiele im kommenden Jahr in Peking ist das ein wichtiges Thema", sagte Ückert. Trotz großer Hitze müssten die Sportler dort Höchstleistungen bringen. Bei Spitzensportlern seien die beobachteten Verbesserungen zwar geringer gewesen, aber "auch eine Steigerung von drei Prozent ist für Profisportler traumhaft", sagte Ückert. "Dafür muss man sonst ins Höhentrainingslager fahren."

In der Vergangenheit habe große Hitze immer wieder dazu geführt, dass Sportler Schäden auf Grund einer Überwärmung des Körpers erlitten haben. "Es reicht eben nicht aus, sich an die Hitze zu gewöhnen und den Wasserverlust durch Trinken auszugleichen", erklärte Ückert. Das viel gepriesene Aufwärmen vor dem Sport sei bei hohen Außentemperaturen sogar kontraproduktiv.

Im Herbst wollen die Wissenschaftler untersuchen, wie die Anwendung durch weitere Kühlmethoden wie Kühlwesten oder Kaltduschen weiter verbessert werden kann. Nach Informationen von Ückert sollen Kühlkammern bereits bei den Olympischen Spielen in Peking eingesetzt werden. (APA/dpa)

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